Auf ein Wort mit Cay von Fournier

Nach den Ergebnissen einer aktuellen Studie verstehen lediglich 38 Prozent der befragten Angestellten, was ihr Arbeitgeber zu erreichen versucht und aus welchem Grund. Nur 21 Prozent der Befragten zeigen Begeisterung für die Unternehmensziele, und gerade einmal 19 Prozent bestätigten, dass ihre Aufgaben klar auf die Ziele ihres Teams ausgerichtet seien. Darüber unterhielten wir uns mit Dr. Dr. Cay von

Fournier, Autor zahlreicher Management-Publikationen.

Überträgt man diese prozentualen Werte als absolute Zahlen auf eine Fußballmannschaft, erhält man folgendes, erschreckendes Bild: Sieben der elf Spieler wüssten nicht, auf welches Tor sie zu spielen haben. Nur zwei von elf Spielern wäre dies überhaupt wichtig, und gerade einmal zwei weitere Spieler kennen ihre genaue Position. Bei diesen Ergebnissen ist es nicht verwunderlich, dass Mitarbeiterführung eines der brennendsten Wirtschaftsthemen ist. Doch was versteht man eigentlich genau darunter, und was zeichnet gute
Führungskräfte aus?

Herr Dr. Dr. von Fournier, in Ihrem Buch „Die 10 Gebote für ein gesundes Unternehmen“ behaupten Sie, dass Management und Führung ebenso wenig Synonyme sind wie Persönlichkeit und Charakter. Wo liegt der Unterschied zwischen diesen einzelnen Begriffen?
Cay von Fournier: Das Problem ist, dass die Inhalte von Management und Führung ebenso eng beieinander liegen wie bei den Begriffen Persönlichkeit und Charakter. Die Persönlichkeit beschreibt alle inneren Eigenschaften und Werte einer Person. Hierzu zählen beispielsweise Ehrlichkeit, Vertrauenswürdigkeit oder Authentizität. Der Charakter einer Person wiederum zeigt sich in der Standfestigkeit dieser Haltungen. Hier geht es um die Frage, wie konsequent der Einzelne diese inneren Werte und Eigenschaften umsetzt.

Und inwiefern trägt dies zu Ihrem Vergleich mit Management und Führung bei (...)?