Chinesisch-europäisches Verbandstreffen in Frankfurt

Im Rahmen der Musikmesse trafen sich die Vertreter der Musikwirtschaft Chinas (CMIA) und Europas (CAFIM) zur Fortsetzung ihres Informations- und Gedankenaustauschs.

Im Rahmen der Musikmesse trafen sich die Vertreter der Musikwirtschaft Chinas (China Musical Instrument Association - CMIA) und Europas (Confederation of European Music Industries - CAFIM). Im Mittelpunkt stand das Bestreben, die Wettbewerbsbedingungen zu optimieren. Die europäische Delegation bestand aus Vertretern Frankreichs, Spaniens, Tschechiens, der Ukraine, Sloweniens und Deutschlands.

 

Besprochen wurden Fragen des Urheberrechts, Gebrauchsmusterschutzes, Markenschutzes, Wettbewerbsrechts und Marktzugangs. Die chinesischen Delegierten signalisierten Verständnis für die Probleme der europäischen Produzenten, die durch die Verletzung des Markenrechts, des Wettbewerbsrechts sowie des Urheberrechts entstehen. Sie zeigten sich bereit, Abhilfe zu leisten, insbesondere auch deshalb, da ein derartig unlauteres Geschäftsgebaren dem Image und Ruf der aufstrebenden Industrienation China abträglich sei.

 

Angesichts hoher Zölle ist der Marktzugang für europäische Produzenten in China deutlich erschwert – ganz im Gegensatz zu den Bedingungen, zu denen chinesische Anbieter in Europa agieren können. Die Belastungen verteuern europäische Musikinstrumente bis zu 40 % und erschweren damit den Abverkauf extrem. Dass die Ware dadurch in China wesentlich teurer ist als andernorts, ist vielen Kunden dort bekannt und stößt zunehmend auf Unverständnis. Vermehrt werden deshalb – zum Leidwesen der Händler – alternative Vertriebswege gewählt.

Vorgeschlagen wurde, die Zoll- und Abgabenbelastung auf ein europäisches Niveau zu senken, das heißt mit allenfalls 3 bis 3,5 % zu besteuern. "Es ist davon auszugehen, dass sich in der Folge ein für alle Beteiligte attraktives Marktgeschehen bzw. Versorgungswesen entwickelt, denn etwa 300 Millionen Chinesen sind nach europäischem Standard reich zu nennen", so der CAFIM. Dies bedeute, sie können sich Qualitätsware aus Europa leisten und sind an dieser vorzugsweise interessiert. Zudem würden sie die Zielgruppe europäischer Hersteller darstellen. "Denn aufgrund der allgemein bekannten Rahmenbedingen kommt aus Europa allenfalls ,Klasse statt Masse'."

 

Es wurde vereinbart, sich im Rahmen der Music China erneut zu treffen und diese Themen weiter zu vertiefen. Dabei sollen auch Fragen der Musikerziehung behandelt werden – allen voran das in Deutschland so erfolgreiche Programm „KlassenMusizieren“, an dem sich die chinesische Seite sehr interessiert zeigte. Dieses Projekt setzt sich für die lebendige Gestaltung des Musikunterrichts an allgemein bildenden Schulen mit Musikinstrumenten ein. Es ermöglicht jedem Kind, alle Instrumente kennen zu lernen und – im Idealfall – zumindest auch eines spielen zu lernen. Darüber hinaus sollen bei dem geplanten Treffen die Möglichkeiten von Partnerschaften im Bereich des Militärmusikwesens besprochen werden

 

Bild oben: Alexander Molnar (Ukraine), Vlaclav Hnilicka (Tschechien), Irena Komatar (Slowenien), Winfried Baumbach (Deutschland), Klaus Schöller (Deutschland), Martin Buller (Deutschland)

Bild unten (v.l.): Yun Bin Liu, Jinbao, Jie Chang, CMIA, Zemin Zeng, CMIA, James Wu, CCPIT, Annie Wang, CCPIT