B&S trauert um Johannes Scherzer

Die Firma B&S, Teil der Buffet Crampon Gruppe, trauert um Blechbalsinstrumentenmacher Johannes Scherzer. Er verstarb Ende April im Alter von 95 Jahren.

Der Metallblasinstrumentenmachermeister Johannes Scherzer konnte auf eine lange Geschichte und eine beachtliche Entwicklungsleistung im Instrumentenbau zurückblicken: in Zusammenarbeit mit den international besten Musikern auch und gerade in den schwierigen DDR-Zeiten hinter dem „Eisernen Vorhang“ sind viele Meisterwerke und exzellente Modelle von Weltrang entstanden. Besonders berühmt wurde seine Hoch-B/A-Piccolotrompete mit 4 Zylinderventilen in der klassischen Bauform, welche schon 1981 auf der Leipziger Musikmesse ausgezeichnet und oft in aller Welt kopiert wurde. Sein Original war und ist wegweisend und insbesondere für die Aufführung von barocken Trompetenkonzerten unverzichtbar. Nicht ohne Grund hatten unter anderem Großmeister wie Maurice André oder Pierre Thibaud eine derartige Scherzer-Piccolo in ständigem Gebrauch.

Johannes Scherzer wurde von seinem Onkel Kurt Knoth in dessen elterlichen, im Jahre 1900 in Markneukirchen gegründeten Blechblasinstrumentenwerkstätte „Rino“ ausgebildet, legte 1951 die Meisterprüfung ab und übernahm im Jahre 1961 selbst die Führung der Werkstatt in der Mosenstraße 13. Dort fertigte er ursprünglich die gesamte Palette der Blechblasinstrumente - seit 1970 unter Beibehaltung des damaligen Firmenzeichens „Rino“ graviert mit seinem Namen „Meister J. Scherzer“. Erst später in den 1980er Jahren spezialisierte er sich aufgrund der hohen Nachfrage rein auf deutsche Zylinderventil-Trompeten.

Im Jahre 1984 wurde die Scherzer-Werkstatt in den VEB Blechblas- und Signalinstrumentenfabrik (B&S) integriert. Nach der Wende und Privatisierung der B&S unter Gerhard A. Meinl im Jahre 1991 erhielt die Werkstatt im sogenannten „Weißen Haus“ in der Klingenthaler Straße 8 zunächst eine neue Heimat und zog schließlich in das neu gebaute, moderne Produktionsgebäude der B&S mit ein, heute Teil der Buffet Crampon Gruppe.

Auch einige Jahre nach Übernahme war Johannes Scherzer noch beratend tätig und teilte seinen reichhaltigen Erfahrungsschatz, denn er hatte in all den Jahrzehnten wirklich jeden Trend im Instrumentenbau und jede musikalische Strömung schon einmal gesehen.

Johannes Scherzer verstarb am 27.04.2018 im Alter von 95 Jahren in Markneukirchen. Mit ihm verliert die Zunft der Blechblasinstrumentenmacher eine ihrer letzten lebenden Legenden nach Hans Hoyer, Herbert Fischbach, Carl Geyer, Anton Meinl, Peter Hirsbrunner Sr., Renold Schilke und Zigmant Kanstul.

"Wir werden sein Andenken bewahren – er lebt in den von ihm entworfenen Modellen weiter, die seinen Namen tragen!", teilte die Buffet Crampon Deutschland GmbH mit.