Karin Rost – Holzmosaike: Auge und Handwerk fürs Detail

Seit Januar 2016 führt Oliver Rost das Familienunternehmen Karin Rost – Holzmosaike für Musikinstrumente. Vom rheinland-pfälzischen Macken bei Koblenz liefert Oliver Rost seine in Handarbeit gefertigten Produkte zur Weiterverarbeitung in die ganze Welt. Im Interview stellt er seinen Betrieb vor.

Wie und wann ist Ihr Unternehmen entstanden?
Oliver Rost: Die Firma Karin Rost – Holzmosaike für Musikinstrumente wurde 1980 von Karin und Winfried Rost gegründet. Das Unternehmen wurde über die ersten Jahre nebenberuflich betrieben und hat sich über 35 Jahre immer weiter entwickelt – sowohl bezüglich der Produkte, als auch hinsichtlich der Märkte, auf denen die Produkte vertrieben wurden. Durch den nahenden Ruhestand meiner Eltern, stellte sich dann vor ein paar Jahren die Frage, wer die Geschäfte fortführen könnte. Da ich mit der Firma groß geworden bin und schon früh sowohl in der Werkstatt als auch auf Messen unsere Produkte, deren Fertigung und unsere Kunden kennenlernen durfte, stand für mich die Entscheidung, die Firma fortzuführen, schnell fest.

Was ist in Ihrem Produktportfolio zu finden?

Oliver Rost: Wir fertigen in Handarbeit Einlegearbeiten aus Holz und Fiber, vornehmlich für die Musikinstrumentenbaubranche, aber auch gelegentlich für andere Branchen wie beispielsweise für Möbel. Insbesondere für kleinere Instrumentenbaubetriebe oder Hobbybauer ist die Möglichkeit reizvoll, sich aus unserem umfangreichen Katalog einzelne Produkte bestellen zu können, ohne einen Mindestbestellwert oder eine Mindestbestellmenge erfüllen zu müssen. Besonders interessant für unsere Kunden ist die Möglichkeit – sofern technisch nicht limitiert – , sich eigene Entwürfe und Vorlagen als Mosaik fertigen zu lassen. So können diese Kunden die Individualität ihrer Instrumente zusätzlich steigern, um sich von Wettbewerbern zu unterscheiden und ihren Instrumenten eine persönliche Note zu verleihen. Diese Möglichkeit wird auch von vielen Kunden genutzt.

Welche Materialien verwenden Sie und woher beziehen Sie sie?
Oliver Rost: Wir verwenden Holz und Fiber und beziehen beides von unseren Lieferanten aus Deutschland. Unsere Hölzer verarbeiten wir hauptsächlich als Furniere in verschiedenen Stärken von 0,3 mm bis 1,4 mm. Wir führen Ahorn – natur und gefärbt –, Birnbaum, Pappel, Nussbaum, Padouk, Palisander, Macoré und weitere.

Wie beeinflussen die neuen CITES-Bestimmungen Ihre Arbeit?
Oliver Rost: Die neuen CITES-Bestimmungen betreffen uns lediglich bei der Verarbeitung von Ostindischem Palisander (Dalbergia latifolia). Diese Holzart wird besonders für verschiedene Modelle unserer Zargenspäne verwendet und findet in einzelnen Mosaiken oder Streifen von Rosetten und Spänen Anwendung. Wie man sich sicher vorstellen kann, handelt es sich hierbei um kleinste Mengen, welche jedoch unabhängig davon angegeben werden müssen. Insbesondere bei Aufträgen aus Drittländern ist der damit verbundene zusätzliche Arbeitsaufwand sehr hoch. Bestellt zum Beispiel ein Kunde aus der Schweiz zwei Schalllocheinlagen für den Gitarrenbau, so würden die Kosten für die zu stellenden Anträge den Warenwert um ein Vielfaches übersteigen und den Kauf für den Kunden uninteressant machen – wobei der zeitliche Aufwand dabei noch nicht berücksichtigt wurde. Man muss allerdings auch erwähnen, dass unsere ersten Erfahrungen in der Zusammenarbeit mit den entsprechenden Behörden für eine Antragstellung für eine Lieferung in ein Drittland bisher recht positiv waren – abgesehen vom zeitlichen Verlust.

Sie setzten auf Handarbeit. Warum ist das für Sie wichtig?
Oliver Rost: Wir besetzen mit unseren Produkten eine Nische. Aufgrund der hohen Individualität, die durch unsere Produkte einem Instrument verliehen werden kann, ist eine handwerkliche Fertigung unumgänglich. Auch die Verarbeitung von feinstem Holzfurnier bei der Erstellung der verschiedenen Produkte machen besondere Fertigkeiten nötig. Wir können dabei besonders auf die Wünsche unserer Kunden eingehen und gerade bei speziellen Vorstellungen oder eigenen Entwürfen unserer Kunden flexibel reagieren. Insbesondere bei Mosaiken, bedarf es neben der handwerklichen Fertigkeit auch eine Menge Knowhow, um das gewünscht Produkt zu erzielen. Darüber hinaus sind speziell angefertigte Maschinen, wie Sägen, Pressen und ähnliches, für die Produktion nötig, um ein präzises Endprodukt zu fertigen. Eine maschinelle Fertigung, die vollautomatisch am Ende feinste Mosaike in hoher Qualität auswirft, kann ich mir nicht vorstellen.

Für wen produzieren Sie?

Oliver Rost: Wir beliefern vom kleinen Instrumentenbauer, der hobbymäßig ein Instrument baut, über den Instrumentenbauer, der von seinem Handwerk lebt bis hin zu Instrumentenbaufirmen, die mehrere Tausend Instrumente im Jahr produzieren alle Bereiche.

In wie viele und welche Länder exportieren Sie?
Oliver Rost: Wir exportieren in die ganze Welt. Wie viele Länder es exakt sind, kann ich nicht sagen. Wir haben selbstverständliche Kunden in Europa, aber auch in Australien und Neuseeland, in China, in Südafrika, in Kanada und den USA und auch in Argentinien und Brasilien und vielen weiteren Ländern. Europa ist mit Abstand unser stärkster Markt, hier insbesondere der deutschsprachige Raum und die an Deutschland grenzenden Staaten.

Welche unternehmerischen Ziele haben Sie sich gesetzt für die nähere und weitere Zukunft gesetzt?
Oliver Rost: Da ich die Firma jetzt erst seit etwas mehr als einem Jahr führe, war es mir bisher wichtig, den Kundenstamm, welchen ich von meinen Eltern übernommen habe, weiterhin mit der gewohnt guten Qualität zu versorgen, die unsere Kunden von den vorherigen Jahren von unseren Produkten kennen. Dieser Schritt ist mir, denke ich, gut gelungen und somit kann ich mich nun den nächsten Schritten widmen. Auf jeden Fall möchte ich gerne für die Instrumentenbauer weltweit weiterhin ein guter Ansprechpartner für Holzmosaike sein und bleiben.