musicpark: Die neue Musikerlebnismesse in Leipzig

Die Leipziger Messe hat in Zusammenarbeit mit Beringer Marketing eine neue Messe für Musikinstrumente aus der Taufe gehoben: musicpark findet erstmals vom 1. bis zum 3. November 2019 statt. Der Fokus der Veranstaltung liegt klar auf dem Endkunden und dem Erlebnis von Musik. Markus Geisenberger, Geschäftsführer der Leipziger Messe Gesellschaft mbH, und Gerd Essl, Creative Director von Beringer Marketing, haben uns das Konzept im Interview exklusiv vorgestellt.

Was hat die Leipziger Messe dazu bewogen mit dem musicpark eine neue Messe für Musikinstrumente auszurichten?
Markus Geisenberger: Es sind alle Parameter zusammenkommen, die man braucht, um mit einer neuen Veranstaltung an den Start zu gehen: Eine tolle Idee mit einem spannenden Konzept. Mit Beringer Marketing haben wir in Person von Frau Beringer und Herrn Essl die richtigen Partner mit großer Branchenkenntnis gefunden. Wir haben im Markt eine Lücke gesehen und diese Lücke wollen wir nutzen. Eine Messe für Musikinstrumente passt natürlich auch perfekt zur Musikstadt Leipzig. Es kommt alles zusammen, sodass sich für uns ein rundes Bild ergibt.

Wie will sich der musicpark positionieren und ausrichten?

Gerd Essl: musicpark richtet sich in erster Linie an Endkonsumenten – an Einsteiger, die ein Instrument lernen wollen, über Hobbymusiker bis hin zum Profi.

Markus Geisenberger: Das Konzept vom musicpark ist sehr facettenreich und geht auf die Branchenbedürfnisse ein, die uns in den von Beringer Marketing und unserem Team geführten Gespräche genannt wurden. Die klassischen Ausstellungsbereiche werden durch HandsOn-Zonen, Bühnen und Weiterbildungsangebote ergänzt. Außerdem wird es einen Market-Bereich geben, mit dem wir Verkaufsmöglichkeiten integrieren. Die Ausrichtung entsteht aus dem Wunsch der Hersteller und Händler heraus, näher an den Konsumenten heranzurücken. Die B2C-Perspektive steht klar im Vordergrund, aber es wird auch Elemente von B2B geben.

Zusammengefasst ist musicpark also eine B2C-Messe mit B2B-Elementen?

Gerd Essl: Man kann das gar nicht so stringent trennen. Wichtig ist es bei so einer Veranstaltung, dass man sich klar positioniert. Und das tun wir. Die Ausrichtung ist Business to Consumer. Das ist der Fokus. Es wir klarer wenn man den Namen erläutert.

Warum heißt die Messe musicpark?
Gerd Essl: Ein Park ist ein Ort, an dem viele Menschen mit unterschiedlichen Interessen zusammengekommen. Der eine geht zum Schachspielen, der nächste trifft sich mit seinen Freunden, der dritte will sich vielleicht nur auf eine Bank setzen und ein Buch lesen. Die Interessenslagen sind also sehr unterschiedlich, aber alle kommen an einem Ort zusammen. Genau so ist es auch beim musicpark. Das heißt, wir haben eine klare B2C-Ausrichtung, aber natürlich werden auch die Branchenakteure dabei sein. Für B2B wird es separate Areale geben. Wir werden eine Händler-Lounge haben, wo sich die Händler in einer ruhigeren Atmosphäre zusammenfinden und Gespräche führen können. Doch um es noch einmal deutlich herauszustellen: Unser Bekenntnis gilt ganz klar B2C.

Die Aussteller müssen aber keinen zweiten Stand in einem B2B-Areal buchen?

Gerd Essl: Nein. Das Gleichgewicht von Aufwand und Möglichkeiten muss sich widerspiegeln. Man sollte sich als Marke öffnen und sich dem Konsumenten stellen. Der Konsument entscheidet. Ich habe auf dem musicpark als Marke die Möglichkeit, mich ganzheitlich zu präsentieren. Zu einer Marke gehört nicht nur ein Produkt. Eine Marke ist ein Leistungsversprechen, zu dem das Image und die Community gehört. Wir wollen die Möglichkeit einer bestmöglichen Präsentation bieten, ohne dass man Satelliten-Stände buchen oder im B2B-Bereich wieder etwas anderes machen muss. Es soll kompakt alles zusammen sein.

Warum haben Sie als Zeitpunkt das erste Novemberwochenende gewählt?
Markus Geisenberger:
Das war die logische Konsequenz aus allen Gesprächen. Es ist der Wunsch der Branche. Anfang November ist optimal, um im Hinblick auf das Weihnachtsgeschäft Impulse zu geben. Es war für uns ein wichtiger Aspekt, diesen Wunsch aufgreifen zu können. Daher sind wir vom 1. bis zum 3. November 2019, Freitag bis Sonntag, in einem jährlichen Turnus am Start.

Und alle drei Messe-Tage werden öffentlich sein?

Markus Geisenberger: Ja. Wir wollen etwas schaffen, das inspiriert, anregt und fordert, Musikinstrumente auszutesten und zu spielen, vom Einsteiger bis zum Berufsmusiker. Das funktioniert natürlich nur, wenn ich ausprobieren, mir etwas absehen und erklären lassen kann. Das ist das Alleinstellungsmerkmal des musicpark. Wir wollen uns hier in einer Lücke für den Markt präsentieren und die Markchancen für alle Beteiligten aufzeigen. Darüber hinaus passt hier in Leipzig das gesamte Umfeld. Ich bin immer wieder hocherfreut, wie viele Menschen in der Region mit Musikinstrumenten behangen durch die Stadt fahren und wie sichtbar Musik hier ist.

Musik ist in Leipzig also zuhause?
Gerd Essl: Leipzig ist ohne Zweifel eine pulsierende Stadt; die am schnellsten wachsende Großstadt in Deutschland. Leipzig steht auch wie fast keine andere Stadt für Musik. Das Gewandhausorchester ist das älteste Sinfonie-Orchester der Welt. Große Komponisten kommen von hier. Leipzig wird stets mit Kunst und Musik in Verbindung gebracht. Mit Start der Mustermesse Ende des 19. Jahrhunderts wurden bereits in Leipzig Musikinstrumente präsentiert. Man fängt hier also nicht neu an, sondern kommt wieder zurück.

Welche Standortvorteile bieten die Messe und Leipzig abgesehen von ihrer Musikalität noch?

Markus Geisenberger: Das Leipziger Messegelände bietet die besten Voraussetzungen für den musicpark. Die Logistik ist absolut geschmeidig. Wir haben ebenerdige Hallen, die mit LKWs befahrbar sind. Wir haben insgesamt ein Areal von über 111.000 Quadratmetern. Wir können unterschiedliche Bereiche gleichwertig bespielen. Leipzig ist verkehrsgünstig gelegen und gut erreichbar. Mit dem Zug ist man aus München, Berlin, Hamburg, Frankfurt und dem gesamten deutschsprachigen Raum gut angebunden. Der Flughafen liegt nur 15 Minuten vom Messegelände entfernt. Von den Hotels her sind wir in der Stadt exzellent aufgestellt. Gerade in den letzten Jahren sind Hotelkapazitäten in großen Dimensionen geschaffen worden. Es gib für Aussteller und Besucher ein ausgewogenes Preis-Leistungs-Verhältnis. Das angesprochene Ambiente spielt eine erhebliche Rolle, um den musicpark mit einem Festival-Gedanken zu inszenieren. Die Historie möchte ich auch aus einer anderen Perspektive beleuchten. Es gibt in der erweiterten Region immer einen großen Zuspruch, wenn sich die Leipziger Messe Themen annimmt. Man geht zur Leipziger Messe. Das ist im Bewusstsein der Bevölkerung ganz fest verankert. Daher erwarten wir uns viel Rückenwind bei so einem tollen Thema.

Gerd Essl: Eine Musikveranstaltung in diesem Rahmen bietet immer die Gefahr, dass es sehr laut ist. Die Leipziger Messehallen haben akustisch einen entscheidenden Vorteil: Sie sind in sich akustisch entkoppelbar. Jeder Akustiker weiß, wie man Schall abdämmt. Mit Masse! Es gibt die Möglichkeit, schwere Stahltrennwände einzuziehen. So können wir die verschiedenen Bereich akustisch voneinander entkoppeln, wodurch wir die Gesamtlautstärke deutlich reduzieren können. Auch die Akustik der Halle ist eher schallabsorbierend als -verstärkend. Daher eignet sich dieser Messeplatz auch fantastisch für eine solche Veranstaltung.

Welche Instrumentengattungen soll der musicpark umfassen?
Gerd Essl: Die konzeptionelle Ausrichtung umfasst alle Instrumente und Akteure, von der Querflöte bis zum Kontrabass. Wir teilen sie nach Warengruppen auf. Es gibt die Gruppen Drums & Percussions, Guitars & Basses, Band & Orchestra, Stage & Studio Equipment, Pianos & Keyboard, Education & Media. Im Bereich Stage & Studio Equipment, gehen wir nicht in den High-End-Bereich rein. Er richtet sich an Endkonsumenten, die daheim ihr Homerecording-Studio haben oder die Band, die in ihrem Proberaum oder mal in einem Club spielt. Line-Arrays für die Red Bull Arena wird man hier nicht finden.

Markus Geisenberger:
Man muss für eine gewisse Separierung sorgen, dabei aber das richtige Maß finden. Die Veranstaltung muss aus einem Guss sein. In der Zuordnung wird sich in der Entwicklung der Veranstaltung noch einiges ergeben wird. Ein wichtiger Aspekt sind die Herzstücke der Ausstellungsbereiche: die sweatbloodtears-Boxen, die von Beringer-Marketing entwickelt wurden.

Was sind die sweatbloodtears-Boxen?
Gerd Essl:
Das sind schallisolierte selbst tragende Kapseln mit einem durchschnittlichen Fassungsvermögen von über 100 Personen.. Wir haben diese in den letzten Jahren entwickelt und auch schon erfolgreich am Markt betrieben – 250 Performances und Slots liegen hinter uns. Die Boxen dämpfen sehr gut ab. Wir haben ein Dämpfung von rund 45 Dezibel. In jeder der vier Hauptgruppen, Drums & Percussions, Guitars & Basses, Pianos & Keyboards sowie Band & Orchestra, wird eine dieser für beste akustische Bedingungen konzipierte Kapseln stehen. Um diese sweatbloodtears-Boxen herum werden die einzelnen Showfloors dann aufgebaut.

Was wird in den sweatbloodtears-Boxen geboten sein?

Gerd Essl: Die größte Motivation ein Instrument zu erlernen ist es, wenn man seine Stars auf der Bühne sieht. In diesen Boxen werden sich bekannte Profi-Musiker die Klinke in die Hand geben. Nicht die klassischen Front-Row-Sänger, sondern die Bands dahinter. Bei musicpark kann man die Artists wirklich live hören. Wir haben bereits die ersten Zusagen und wissen daher, dass wir uns auf einem sehr hohen Niveau bewegen.

Gibt es noch weitere Bühnen auf denen performt wird?
Gerd Essl: Die Stage Zero ist eine Hybrid-Bühne, dort werden viel Performance stattfinden. Wir sagen: Stage Zero –the home of stars and talents. Hier wollen wir der Singer-Songwriter-Szene eine Plattform bieten.

Wie wollen Sie potenzielle Aussteller vom musicpark überzeugen? Wie sieht die Preisstruktur aus?
Markus Geisenberger: Wir wollen mit der Qualität der Veranstaltung überzeugen. Es muss für die Aussteller, die Besucher, die Kunden und die Musikliebhaber ein Nutzen entstehen. Auf Basis dieser Überlegungen und der großen Zustimmung, die wir erfahren haben, haben wir unsere Preisstruktur entwickelt. Selbstverständlich muss man den Markt berücksichtigen, wie er da steht. Unser Angebot sieht vor, dass sich Unternehmen ab einem Stand mit Fünf-Quadratmetern als Mindestgröße präsentieren können. Wir haben gestaffelte Preise, steigen mit 153 Euro pro Quadratmeter ein. In der Nähe der sweatbloodtears-Boxen – also in der absoluten Premium-Position – kostet der Quadratmeter 186 Euro. Wie sich die Aussteller präsentieren und was wir an Rahmenprogramm mit hinzubringen, folgt dem Grundgedanken, dass wir eine qualitätsvolle Premiere gestalten werden. Am Ende gibt es kein teuer oder billig. Das Preis-Leistungs-Verhältnis muss stimmen. Aus Sicht der Aussteller müssen die richtigen Kontakte da sein. Ich bin fest davon überzeugt, dass uns das sehr gut gelingen wird und wir mit einem starken Angebot aufwarten können.

Welche Möglichkeiten bietet musicpark Produkte zu präsentieren?
Gerd Essl: Es geht nicht nur um eine Produktpräsentation, sondern darum sich als Marke darzustellen. Dazu braucht man die unterschiedlichsten Präsentationsmöglichkeiten. Es geht um Wissenstransfer. Kein Mensch weiß mehr über das Produkt als der Produktentwickler oder Produktmanager. Was macht mein Produkt einzigartig oder besser? Zu diesem Zweck werden wir eine eigene Bühne haben, die Storystage. Dort geht es um die Geschichten und Wissen aus erster Hand. In den sweatbloodtears-Boxen hat man die Möglichkeit, das Material live im Einsatz zu hören und zwar nicht in Zimmerlautstärke und aus einiger Entfernung, sondern direkt davor mit bester Technik. In den Boxen gibt es also eine Mischung aus Produkt beziehungsweise Markenpräsentation auf der einen und Inspiration für den Musiker durch Emotionen auf der anderen Seite.

Markus Geisenberger: Das Zusammenspiel, wie gerade skizziert ist die Besonderheit des Konzeptes: die Showfloors, die sweatbloodtears-Boxen, der Education-Bereich, und die Playzones. Ebenso wichtig ist der Market-Bereich, wo der direkte Abverkauf möglich sein wird. Wie richten uns an den Endkonsumenten und wenn der Endkonsument einen Kaufwunsch hat, dann sollte er auch an Ort und Stelle realisierbar sein. Hier können wir auf die Erfahrung von anderen Veranstaltungen zurückgreifen, wo wir das sehr erfolgreich umsetzen.

Wer soll im Market-Bereich verkaufen?
Gerd Essl: Der Market-Bereich ist kein Flohmarkt mit einem Tapeziertisch. Dort sprechen wir die Händler an, die zum Teil in Absprache mit den Herstellern und Vertrieben diese Aufgabe übernehmen. Der Market-Bereich ist für den Fachhandel. Er soll sich hier präsentieren. musicpark steht hinter dem stationären Fachhandel. Neuzeitlicher Handel ist sicherlich eine Kombination aus offline, also einem Store-Konzept, und online. Hier hat der Händler die Möglichkeit, sich seinen Kunden zu präsentieren. Wenn ich als Händler weiß, dass hier meine Kunden sind, warum soll ich mich hier nicht als regionaler Händler präsentieren. Für den Market-Bereich haben wir bewusst auch einen eigenen Preis gewählt. Der Stand kostet hier pro Quadratmeter 110 Euro.

Markus Geisenberger: Wir haben für die Händler wie auch jeden anderen Aussteller alle Möglichkeiten im Haus, sie bei der Messeplanung zu unterstützen. Wer Unterstützung für seinen Messeauftritt braucht, dem helfen wir gerne weiter. Wir haben ein komplettes Netzwerk im Haus, das von der Konzeption eines Standes bis hin zur Realisierung und der gastronomischen Versorgung reicht.

Mit wie viel Ausstellungsfläche und Ausstellern planen Sie für die Premiere?

Markus Geisenberger: Es sind schon einige Gespräche geführt worden, die sehr positiv waren. Es ist im Moment noch ein Blick in Glaskugel. Wir haben eine ambitionierte Zielsetzung für uns formuliert. Wir wollen in der ersten Runde in eine gewisse Dimension kommen und ein repräsentatives Angebot schaffen. Wir werden daran arbeiten. Wir sehen es, als einen langfristigen gemeinsamen Auftrag, den musicparc zu entwickeln. Man sollte es in der ersten Runde nicht an einer konkreten Ausstellerzahl festmachen, sondern es über die Qualität definieren. Wir wollen natürlich bestimmte Aussteller erreichen und sie wieder zu einer Veranstaltung locken.

Zusammengefasst: Sie wollen gesund wachsen?
Markus Geisenberger: Auf jeden Fall, wir verfolgen eine langfristige Strategie. Wir wollen kein kurzer funkelnder Stern am Himmel sein, sondern konsequent über die Jahre entwickeln. Dafür müssen wir in der ersten Runde eine starke Grundlage schaffen, dann kommen die Besucher und die Kunden mit der Möglichkeit Musik und Instrumente in ihrer Breite zu erleben.