Musik Produktiv Messe 2017

Mehr Aussteller, mehr Besucher – die 18. Musik Produktiv Messe in Ibbenbüren konnte die Rekordmarken aus dem Vorjahr noch übertreffen. Entsprechend positiv blickt Saskia Zierenberg, betraut mit der Messeleitung bei Musik Produktiv, im Interview mit das musikinstrument auf die diesjährige Ausgabe zurück.

Wie viele Besucher waren zu Gast?
Saskia Zierenberg:
Leider lässt sich das nicht ganz genau beziffern, denn wir hatten am Sonntag Morgen schon keine Eintrittskarten mehr. Letztes Jahr hatten wir ca. 12.000 Besucher, dieses Jahr dürften es deutlich mehr gewesen sein.

Wie fällt Ihr Gesamtfazit zur diesjährigen Musik Produktiv Messe aus?

Saskia Zierenberg: Wir sind mit der Veranstaltung rundherum zufrieden. Wir hatten uns nach der Messe 2016 verschiedene Ziele gesetzt. Dazu gehörte die Veränderung des Bühnenaufbaus, die Nutzung des Messesonntags als Familientag und vieles mehr. Das haben wir konsequent verfolgt und damit auch Erfolg gehabt

Auch in diesem Jahr konnten sie wieder zahlreiche namhafte Aussteller auf der Musik Produktiv Messe begrüßen. Wie schaffen Sie es sie jedes Jahr erneut für die Veranstaltung zu gewinnen?

Saskia Zierenberg: Das liegt wahrscheinlich daran, dass das Gesamtkonzept einfach schlüssig ist. Das Ziel der gesamten Branche, egal ob Vertrieb, Hersteller oder Einzelhändler, ist der Verbraucher. Wenn wir den nicht erreichen, haben wir alle verloren. Als Laden an sich kann man sich heute kaum noch für den Kunden sichtbar machen. Eventshopping ist das Zauberwort und das haben wir bereits 1998 erkannt. Inzwischen ist die Musik Produktiv Messe eine feste Größe in der Branche und wir bekommen tatsächlich Standanfragen aus ganz Europa. Dieses Jahr musste ich tatsächlich einigen Leuten eine Absage erteilen.

Wie wichtig ist die Unterstützung der Hersteller und Vertriebe für solch ein Event?
Saskia Zierenberg: Ohne deren Unterstützung würde die Veranstaltung nicht funktionieren. Wir sind auf das Engagement der Hersteller und Vertriebe angewiesen, denn eine Messe in dieser Größenordnung ist von einem, sagen wir, kleineren mittelständischen Unternehmen alleine aus Kostengründen nicht zu stemmen. Die Zusammenarbeit mit dem Großhandel ist auch deshalb wichtig, damit die Veranstaltung durch neue Produkte, Künstler und Aktivitäten auf den Ständen für den Endverbraucher attraktiv bleibt.

Welches Feedback haben Sie von den Ausstellern zur diesjährigen Ausgabe erhalten?

Saskia Zierenberg: Wir hatten den Eindruck, dass die Aussteller im Großen und Ganzen mit der Messe zufrieden waren. Viele sprachen mich direkt auf der Messe schon an, um sich für nächstes Jahr wieder anzumelden oder gar über eine Steigerung ihres Engagements zu sprechen. Das freut uns natürlich sehr.

Gibt es in Ihren Augen Stellschrauben, um die Musik Produktiv Messe noch besser zu machen? Wenn, ja welche?
Saskia Zierenberg: Es gibt immer etwas zu verbessern, allerdings sind für nächstes Jahr erst einmal nur Kleinigkeiten auf dem Zettel, vor allem logistische Verbesserungen. Tatsächlich wurde aber auch der Ruf laut, die Messe bereits am Freitag morgen beginnen zu lassen, statt wie bisher erst um 13 Uhr. Das bedeutet allerdings für viele kleine Aussteller eine Hotelübernachtung mehr und ist vielleicht deshalb auch nicht umzusetzen.

In wie weit ist es vielleicht auch wichtig regelmäßig etwas auf der Messe zu verändern?
Saskia Zierenberg: Natürlich sind Veränderungen wichtig. Stagnation darf es nicht geben, denn der Kunde muss spüren, dass wir die Messe mit vollem Engagement machen und uns um seine Bedürfnisse kümmern. Passiert das nicht, wird es schnell langweilig und die Veranstaltung verkümmert zur Belanglosigkeit. Das gilt es in jedem Fall zu verhindern. Dennoch ist es schwierig jedes Mal einen neuen „großen Wurf“ zu machen. Aber wir arbeiten daran.

Die Musik Produktiv Messe ist ein Musterbeispiel für so genanntes Eventshopping. Warum ist Eventshopping bei der heutigen Marktlage so wichtig?
Saskia Zierenberg: Wie schon erwähnt, ist es schwierig sich am Markt mit einem einfachen Laden oder Online Shop zu profilieren. Die Online Shops funktionieren bis auf Kleinigkeiten alle gleich gut, alle Händler haben fast die gleichen Produkte zu ähnlichen Preisen und auch die Läden erinnern immer mehr an die immer gleich aussehenden Shopping Malls der sterbenden Innenstädte. Jeder hat eine Yamaha-Ecke, eine Roland-Ecke etc etc. Verstehen Sie das nicht falsch, aber den Läden, gerade den Neueren fehlt manchmal die Individualität. Musik Produktiv hat sehr früh erkannt, dass man den Kunden schon etwas Besonderes bieten muss, um im Gedächtnis zu bleiben. Dazu gehörte immer schon unser Laden, der durch beeindruckendes Design oder besondere Nischen, wie beispielsweise unsere Guitar gallery, von seiner schlechten geografischen Lage ablenken musste. Und dazu gehören auch die Events, wie unsere Flohmärkte, die wir schon mehr als 25 Jahre stattfinden lassen und natürlich die Musik Produktiv Messe.

Die Musik Produktiv Messe gab es bekanntlich schon bevor der Begriff Eventshopping en vogue war. Sind die Gründe und Intentionen einen solchen Event zu veranstalten heute andere als in den ersten Jahren der Messe?
Saskia Zierenberg: Nein, die Gründe sind ähnlich, wenn nicht sogar die gleichen: Den eigenen Namen in einem schwierigen Markt als feste Größe in den Köpfen der Kunden zu etablieren. Meint, das positive Erlebnis als solches mit der eigenen Marke zu verknüpfen.

Abseits von der Frankfurter Musikmesse scheinen lokalere Messen, auch veranstaltet von Fachhändlern, mehr in den Fokus der Industrie und auch der Endkunden zu rücken. Wie sehen Sie das?
Saskia Zierenberg: Es ist für den guten Absatz der Produkte auch wichtig, den Endverbraucher zu erreichen und zwar in allen Bereichen des täglichen Lebens: im Netz mit einem guten Shop, nicht zu nervigen Newslettern, Google Adwords und so weiter, aber auch in seiner Freizeit, wenn er nicht am Rechner sitzt. Das hat die Branche erkannt und handelt jetzt danach.

Mit dem Termin Anfang November ist die Messe auch ein Startschuss ins Weihnachtsgeschäft. Wie wichtig ist die Messe für Musik Produktiv in dieser Rolle?
Saskia Zierenberg: Es ist tatsächlich für uns ein Startschuss. Nicht nur, dass wir nach der Messe das Lager so voll haben, wie sonst das ganze Jahr nicht, tatsächlich scheint die Messe auch für unserer Kunden immer eine Initialzündung zu sein. Gerade in den Wochen nach der Messe steigen auch die Ladenumsätze massiv an und Sätze, wie „das haben wir doch auf der Messe gesehen…“, zeigen uns, dass die Messe ein kaufvorbereitendes Event ist.

Eine Bildergalerie zur Musik Produktiv Messe 2017 finden Sie unter www.das-musikinstrument.de/lesen/detail/News/musik-produktiv-messe-2017/