SOMM-Herbstmeeting gibt Impulse für die Branche

Am 5. und 6. November fand in Bregenz am Bodensee das SOMM-Herbstmeeting mit angeschlossener MI-Biz-Konferenz statt. Mehr als 50 Köpfe aus der Branche nahmen teil.

Bei für diese Jahreszeit sehr milden Temperatur läutete das traditionelle Get-together am Montagabend das Herbstmeeting des Branchenverbands SOMM - Society Of Music Merchants e.V. ein. In dem auf dem Bodensee errichteten Badehaus des SENTIDO Seehotels tauschten sich die zahlreichen Hersteller, Vertriebe und Händler in einem lockeren Rahmen über Branchenthemen aus. Auch Nicht-SOMM-Mitglieder waren in diesem Jahr eingeladen.

Am nächsten Tag stand ein umfangreiches und abwechslungsreiches Programm auf dem Plan. Nach der Besichtung der Bregenzer Festspiele startete die erstmals durchgeführte MI-Biz-Konferenz. Nach der Begrüßung durch SOMM-Geschäftsführer Daniel Knöll und dem SOMM-Vorstandsvorsitzenden Joachim Stock begann die Konferenz mit der Keynote "Neue Märkte" von Gerhard Stübe, Direktor der Kongresskultur Bregenz GmbH. In seinem Vortrag stellte er die Wichtigkeit der Zusammenarbeit - oder wie Stübe es nennt: Kollaborationen - mit verschiedenen Partnern heraus, die für das gastgebende Haus nötig waren, um innerhalb der Kultur-, Kreativ- und Veranstaltungsindustrie ökonomisch erfolgreich agieren zu können.

Für zahlreiche Denkanstöße bei den teilnehmenden Branchenvertretern sorgte im Anschluss der Vortrag von Markus Nessler mit dem Titel "Faire Gewinnchancen statt ruinösem Preisverfall". Der Rechtsanwalt referierte zu den Spielregeln und Möglichkeiten im sich digitalisierenden Markenvertrieb. Mit zahlreichen Beispielen aus seiner praktischen Arbeit, unter anderem in der Kosmetikindustrie und mit den Kartellbehörden, stieß er auf offene Ohren der versammelten Zuhörerschaft. Am Nachmittag setzte der "Businessler" mit dem zweiten Teil "In sieben Schritten zur Rettung Ihres Markenvertriebs" seinen Vortrag fort und zeigte dabei unter anderem, wie es möglich ist, mittels selektivem Vertrieb und Kommissionsgeschäften Marken und Preise im Rahmen des Kartell- und Wettbewerbsrecht zu schützen.

Dass der Weg in den Online-Handel nicht immer sinnvoll und von Erfolg gekrönt sein muss, erläuterte Remo Klinger, Geschäftsführer der reedit GmbH. Gemeinsam mit seiner Frau hatte er  drei sehr erfolgreiche stationäre Läden für skandinavische Einrichtungs-Accessoires aufgebaut, bis sie den Schritt zum Online-Shop wagten. Mit mäßigem Erfolg, sodass sie sich entschlossen, den Online-Shop wieder zu schließen. In seinem Vortrag "Schuster bleib bei deinen Leisten" berichtet Klinger von seinen Erfahrungen und zeigte auf, welche Vorteile die Online-Welt auch ohne Online-Shop, dem stationären Handel bieten kann und wie wichtig dabei innovative und kundenorientierte Handelskonzepte sind.

Aktuelle Handelsstatistiken präsentierte Dr. Markus Preißner, wissenschaftlicher Leiter des IFH Köln, in seinem Vortrag "Handel und Vertrieb im digitalen Zeitalter - wohin geht die Reise?". Den Abschluss der MI-Biz-Konferenz bildete der Vortrag "Die Chancen der Digitalisierung für den Einzelhandel" von Julia Loncar, Industry Manager Retail, Google Germany GmbH. Sie präsentierte unter anderem Statistiken, wie die Digitalisierung das Einkaufsverhalten und damit auch den stationären Handel beeinflusst, und welche Möglichkeiten diese und Google selbst dem stationären Handel bieten.

Das abwechslungsreiche Vortragsprogramm wurde von den anwesenden Branchenteilnehmern überaus positiv aufgenommen. Einen ausführlichen Bericht lesen Sie in der nächsten Ausgabe von das musikinstrument. Einige Impressionen des SOMM-Herbstmeetings haben wir für Sie in einer Bildergalerie zusammengestellt: www.das-musikinstrument.de/lesen/detail/News/somm-herbstmeeting-2018/.