SOMM meldet erneut Umsatzplus für den MI-Markt

Die deutsche Musikinstrumenten- und Musikequipmentbranche verzeichnet auch für das Geschäftsjahr 2017 eine positive Gesamtmarktentwicklung. Das meldete die SOMM am Montag.

Der Markt für Musikinstrumente, ProAudio, Musikequipment und Noten schließt mit einem Gesamtumsatz von über 1 Milliarde Euro. Die deutsche Musikinstrumentenbranche erwirtschaftet für das vergangene Jahr einen positiven Umsatztrend von 6,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahr (2016). Der Gesamtmarkt mit Musikinstrumenten, ProAudio, Musikequipment und Noten (Papiergeschäft) weist laut Branchenstatistik IMIS ein Gesamtmarktvolumen von ca. 1,01 Milliarden Eurozu Endverbraucherpreisen aus. In den ermittelten Hauptwarengruppen der Branchenstatistik ist überwiegend ein Umsatzplus zu verzeichnen. Zweistellige Umsatzzuwächse lieferte das Segment Recording Hardware (10,1%) wenn auch teilweise auf niedrigerem Umsatzniveau. Rückgrat der Branche und nach wie vor Umsatzbringer war die Hauptwarengruppe der Tasteninstrumente mit einem Plus von 9,7 Prozent, gefolgt von den Bereichen Beschallung (5,6%), Mikrofone und Kopfhörer (5,0%) sowie Saiteninstrumente (6,8%). Die drei erst platzierten Hauptwarengruppen machen einen Marktanteil von rund 50 Prozent des Gesamtmarktvolumens aus. Der Markt mit klassischen Musikinstrumenten enthalte laut SOMM jedoch ein paar Wermutstropfen. So sind beispielsweise in den Warengruppen Keyboard, Synthesizer, Gitarren elektrisch und akustisch aber auch im e-Drums-Bereich leichte Umsatzrückgänge zu verzeichnen.

„Diese spürbaren Verluste, gerade im Bereich der Gitarre, sind unter anderem auch mit den wirtschaftspolitischen Herausforderungen hinsichtlich CITES und der Bundesartenschutzverordnung (BArtSchV) zu begründen“, sagte Daniel Knöll, SOMM-Geschäftsführer. Aufgrund der CITES-Beschlussfassung vom Oktober 2016 und den damit aufkeimenden Bürokratiehemmnissen seit Januar 2017, ist der Handel mit Musikinstrumenten aus Holz seit diesem Zeitpunkt schwer beeinträchtigt worden. „Zugeständnisse von Bund und Land bleiben in diesen Punkten aus. Obwohl die Behörden selbst mit der Einführung überlastet sind, bewegt sich die Politik nicht auf uns zu. Es fehlt an konstruktiven Vorschlägen und dem Willen auf landespolitischer Ebene die Verfahrensweisen zu vereinfachen und somit weiter Bürokratie abzubauen“, kommentiert Knöll die die negative Entwicklung. Nach Meinung der SOMM führt die Verordnung zu einer massiven Wettbewerbsverzerrung, die in der Folge erhebliche kultur- und wirtschaftspolitische Schäden anrichten wird. „Der deutsche Handel wird maßgeblich gegenüber dem Musikfachhandel im europäischen Ausland beeinträchtigt bzw. diskriminiert.“

Positiv stimmt die Branche die Prognose des Monitoringberichts der Kultur- und Kreativwirtschaft (BWMi), die der Branche 2017 Rekordumsätze attestierte, sowie die Ergebnisse der letzten JIM-Studie, die das Musikmachen als Freizeitbeschäftigung unter Jugendlichen immer noch im positiven Trend sieht. Ein Blick auf die Projektion der Marktforschungsdatenbank Statista hinsichtlich des europäischen Marktes lässt auch weiterhin auf ein positives Wachstum in der Zukunft hoffen. Der europäische Markt mit Musikinstrumenten wird demnach bis 2021 auf insgesamt 3,8 Milliarden Euro anwachsen. Deutschland nimmt dabei die führende Rolle des Marktvolumens ein, da hierzulande der höchste Umsatz generiert wird. 

Nach wie vor sieht sich die Branche aber einem grundsätzlichen, strukturellen Wandel ausgeliefert: eine zunehmende Marktkonzentration, eine Beeinträchtigung der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen und einen Wettstreit um den günstigsten Preis und die Gunst des Verbrauchers machen das Wirtschaften innerhalb der Branche immer schwerer. „Zudem stellt der seit Jahren immer weniger flächendeckend gewährleistete Musikunterricht an allgemeinbildenden Schulen ein schweres Versäumnis dar. Hier ist die Politik in der Pflicht endlich zu handeln, denn ohne diesen wichtigsten Zugang zum Musizieren, wird sich die Situation für die Musikinstrumentenbranche im Kulturland Deutschland langfristig verschlechtern“, so Knöll.