Deutsche Wirtschaftslage im November 2011

Die deutsche Wirtschaft konnte ihre gesamtwirtschaftliche Leistung im dritten Quartal wieder stärker erhöhen.

 

Die deutsche Wirtschaft ist den vorliegenden Konjunkturindikatoren zufolge im dritten Quartal spürbar weiter gewachsen, so das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie. Hierfür spricht die Erzeugung im Produzierenden Gewerbe, die im dritten Quartal deutlich um saisonbereinigt 1,7 % ausgeweitet wurde. Daneben nahm auch die Beschäftigung in den Dienstleistungsbereichen bis zuletzt kräftig zu.

 

Die Auftragseingänge in der Industrie gingen im September um 4,3 % zurück. Sie schwächten sich damit den dritten Monat in Folge ab. Im dritten Quartal lagen sie insgesamt um 3,6 % unter dem Vorquartal. Hierzu trug der Rückgang an Großaufträgen maßgeblich bei. Die zuvor sehr gute Auftragslage normalisierte sich Umfragen zufolge ebenfalls spürbar. Diese Entwicklung wirkte sich auch auf die Industrieproduktion aus. Im September ging sie um 3,0 % zurück, lag aber im gesamten dritten Quartal noch deutlich um 2,0 % über der Erzeugung im zweiten Quartal. Für das vierte Quartal zeichnet sich nunmehr eine sehr ruhige Entwicklung der Industrieproduktion ab. Auch vom Bauhauptgewerbe dürften im Jahresendquartal nur wenig Produktionsimpulse ausgehen, da die Baunachfrage zuletzt ebenfalls etwas nachließ.
 
Die privaten Konsumausgaben dürften hingegen ihre kurze Schwächephase überwunden haben. Darauf deuten die Umsätze im Einzelhandel hin, die im dritten Quartal um 0,5 % zunahmen, sowie die höheren Zulassungszahlen von neuen Personenkraftwagen. Beständige Impulse für die binnenwirtschaftliche Nachfrage kommen derzeit vom Anstieg der realen verfügbaren Einkommen. Maßgebend hierfür sind die steigenden Löhne und Gehälter sowie die positive Beschäftigungsentwicklung. Die Erwerbstätigkeit nimmt kontinuierlich weiter zu (September: +18.000), wenn auch deutlich langsamer als im ersten Halbjahr. Die Arbeitslosigkeit geht tendenziell weiter zurück. Ihr saisonbereinigt nur leichter Anstieg im Oktober um 10.000 Personen war eine Ausgleichsreaktion auf die starke Herbstbelebung im September. Die Nachfrage nach Arbeitskräften ist weiterhin hoch und die vorlaufenden Indikatoren deuten nicht auf eine Trendwende hin.

 

Demgegenüber sind derzeit vom Außenhandel angesichts der gedämpfteren Entwicklung der Weltwirtschaft und insbesondere in der EU und im Euroraum keine größeren Impulse zu erwarten. Die Exportdynamik schwächte sich gegenüber dem ersten Halbjahr merklich ab. Im September erhöhten sich die Exporte in jeweiligen Preisen leicht um 0,9 % und im gesamten dritten Quartal um  2,2 %. Die Einfuhren entwickelten sich mit einem Plus von 1,1 % im dritten Quartal ebenfalls gedämpft. Das Preisklima bleibt angespannt. Zwar nahm der Druck seitens der Einfuhr- und Erzeugerpreise etwas ab. Die Inflationsrate blieb mit +2,5 % im Oktober aber hoch.