Ed. Seiler Pianofortefabrik insolvent

Seit Dienstag läuft das vorläufige Insolvenzverfahren beim Würzburger Amtsgericht. Beim traditionsreichen Pianohersteller Seiler bangen 60 Mitarbeiter um ihren Arbeitsplatz.

Die Ed. Seiler Pianofortefabrik GmbH & Co. KG hat Insolvenz angemeldet. Beim Würzburger Amtsgericht läuft seit vergangenem Dienstag das vorläufige Insolvenzverfahren. Die Verwaltung der Prozedur habe aktuell der Würzburger Rechtsanwalt Bruno Fraas übernommen, berichten Medien aus der Region. Seit dem vergangenen Mittwoch arbeitet der Jurist Fraas an dem Verfahren. Als Grund für die Insolvenz nennt Fraas „massive Auftragsrückgänge im Vergleich zum Vorjahr." Er bezieht sich hierbei auf sein Gespräch mit der Inhaberin und Geschäftsführerin Ursula Seiler.


Momentan werde er eine Bestandsaufnahme wie auch Inventur durchführen und ausstehende Gelder eintreiben. Von der Insolvenz der Firma sind insgesamt 60 Mitarbeiter an Produktionsstandorten in Kitzingen, in der Schwarzacher Straße und im Gewerbegebiet Goldberg betroffen. Aktuell müsse geklärt werden, wie  weiter produziert werden könne, so Fraas. „Ich habe niemanden entlassen und habe es auch nicht vor,“ zitiert ihn die unterfränkische Mainpost. Aus dem Hause Seiler gab es bis Redaktionsschluss keine offizielle Stellungnahme.



Das Traditionsunternehmen wurde 1849 im niederschlesischen Liegnitz von Eduard Seiler gegründet. Nach dem zweiten Weltkrieg zog der Hersteller nach Kitzingen und hat dort seither, neben Europa, vor allem für den Export nach Japan in die USA produziert. Noch Ende der Neunziger waren mehr als 100 Mitarbeiter in der Fabrik tätig.