Ehemaliger Solton Chef verurteilt

Der ehemalige Solton Firmenchef ist nach Zeitungsangaben wegen verspäteter Insolvenzanmeldung, Gläubigerbegünstigung, vorsätzlichen Bankrotts und Untreue zu 20 Monaten auf Bewährung verurteilt worden.

Wie die Pockinger Zeitung berichtet, musste sich der ehemalige Inhaber und Geschäftsführer der Solton Music GmbH vor dem Schöffengericht des Amtsgerichts Landshut wegen mehrerer Anklagepunkte verantworten. Die Staatsanwaltschaft hat dem 63-jährigen Unternehmer verspätete Insolvenzanmeldung, Gläubigerbegünstigung, vorsätzlichen Bankrott und Untreue vorgeworfen. Das Gericht sprach eine Bewährungsstrafe von 20 Monaten aus.

 

Nach Angaben der Staatsanwaltschaft soll es beim Unternehmen bereits 2003 erste Dissonanzen gegeben haben. Der Kontokorrentkredit bei der Passauer Hausbank sei ab Herbst 2003 ständig überzogen gewesen und es bestanden erhebliche Verbindlichkeiten gegenüber Lieferanten, zum Teil noch aus dem Jahr 2001. Bereits im Frühjahr 2003 sei dem Firmenchef die Liquiditätskrise bewusst und die GmbH im November 2003 endgültig zahlungsunfähig gewesen. Wie die Pockinger Zeitung berichtet, hat der Inhaber aber erst im Januar 2004, also verspätet, Insolvenz beantragt. Ein weiterer Vorwurf der Anklage war die Buchführung. Diese sei alles andere als ordnungsgemäß gewesen. Vor allem der Warenbestand und die Warenbewegungen war nicht mehr nachvollziehbar.

Ein weiterer Anklagepunkt beschäftigte sich damit, dass Josef S. Gelder, die eigentlich der finanziell angeschlagenen Solton Music GmbH zugestanden hätten, auf eine andere GmbH umgeleitet habe, deren einziger Gesellschafter und Geschäftsführer der Angeklagte selbst war.

 

Der ehemalige Firmeninhaber räumte die Anklage laut Zeitungsbericht weitgehend ein, hat sich aber vehement gegen den Vorwurf gewehrt, er habe Millionen bei österreichischen Banken auf Nummernkonten „gebunden“. Im Gegenteil, so der 63-Jährige: „Ich habe alles in die Firma gesteckt und geopfert, mir ist nichts geblieben: Das Privathaus, das Elternhaus und das Firmenvermögen sind komplett draufgegangen.“ Angesichts des Geständnisses hätten sich die Prozessbeteiligten auf ein moderates Strafmaß von 20 Monaten auf Bewährung verständigt, so die Pockinger Zeitung.