Erneute Razzia bei Gibson

Der US Fish and Wildlife Service ermittelte erneut in den Gibson-Werken in Nashville und Memphis wegen des Verdachts des Imports illegaler Hölzer.

Am 24. August, gegen 8.45 Uhr, waren die Gibson Werke in Nashville und Memphis zum wiederholten Male Ziel einer Razzia. Beamte des US Fish and Wildlife Service durchsuchten die Gebäude an den beiden Standorten. Die Produktion in den Werken wurde unterbrochen und die Behörden schickten die Mitarbeiter nach Hause. Zahlreiche Hölzer, elektronische Daten und Gitarren wurden beschlagnahmt. US-Medien berichten, die Durchsuchung sei Teil einer laufenden Ermittlung gegen den Gitarrenhersteller, bei der es um den Import von verbotenen Hölzern geht. Die Bundesbeamten des US Fish and Wildlife Service hätten allerdings keine genaueren Angaben über die Gründe für die Durchsuchung genannt. Man könne jetzt noch keine Details nennen, so der verantwortliche Ermittler des US Fish and Wildlife Service, Nicholas Chavez, der zusammen mit Beamten der US-Einwanderungs- und Zollbehörde die Ermittlungen durchführte.

 

2009 war das Gibson-Werk in Nashville bereits Ziel einer Razzia, bei der die Behörden mehrere Gitarren sicherstellten und Paletten konfiszierten, auf denen gefährdete Holzarten aus Madagaskar gefunden worden seien, die nicht in die USA eingeführt werden dürfen. Gibson bestreitet diesen Vorwurf.

 

In einem offiziellen Statment nimmt Gibson-CEO Henry Juszkiewicz Stellung zu den Anschuldigungen:

"Die Razzien haben dazu geführt, dass Gibson seine Produktion unterbrechen und seine Arbeiter für einen Tag nach Hause schicken musste, während Bundesbeamte ihre Durchsuchungsbefehle ausführten. Die Behörden beschlagnahmten dabei Hölzer, die FSC (Forest Stewardship Council) geprüft waren. Gibson unterstützt seit langer Zeit Hölzer, die aus nachhaltigen und verantwortwungsbewussten Quellen stammen und arbeitet ständig mit Organisationen wie der Rainforest Alliance oder Greenpeace zusammen, um eine FSC-zertifizierte Belieferung sicherstellen zu können."

 

Juszkiewicz ist der Ansicht, dass Gibson von der Justizbehörde ohne offizielle Anzeige schikaniert werde. 

"Das Bundesjustizministerium in Washington,D.C hat zwar darauf hingewiesen, dass die Verarbeitung von indischem Holz, das nicht von indischen Arbeitern geschlagen worden ist, illegal sei. Diese Feststellung basiert aber nicht auf US-Recht, sondern ist die Interpretation eines indischendes Gesetzes durch das Justizministerium. (Wenn das gleiche Holz von einem indischen Arbeiter gefällt worden wäre, würde es sich um einen legalen Vorgang handeln.) Die Durchsuchungen bei Gibson sind außerdem nicht auf Anraten, in Übereinstimmung und der Unterstützung von den indischen Behörden durchgeführt worden."

 

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Das TV-Interview mit Henry Juszkiewicz sehen sie hier.