Erste japanische Orgelbaumeisterin

Am „Tag der Orgel“ wurde Yamano Setsue an der Oscar-Walcker-Schule in Ludwigsburg zur ersten japanischen Orgelbaumeisterin gekürt.

Am „Tag der Orgel“ wurde Yamano Setsue an der Oscar-Walcker-Schule in Ludwigsburg zur ersten japanischen Orgelbaumeisterin gekürt. Sie entstammt einer Orgelbauerfamilie. Auch in der Familie ihres Mitschülers und Landsmannes Tadashi Nakazato hat das Handwerk des Orgelbauers Tradition. Vor 35 Jahren hat sein Vater an der OWS seine Orgelbaumeisterprüfung absolviert. Dieses Jahr haben Jens Decker, Stephanie Drenseck, Johannes Hüfken und Markus Krawinkel die Meisterprüfung ebenfalls erfolgreich bestanden.



In seiner Begrüßung hieß Schulleiter Andreas Moser alle Jungmeister, Gäste und Kolleginnen zur „Präsentation der Meisterstücke im Orgelbau“ herzlich willkommen und gratulierte zur bestandenen Prüfung. Zwei Jahre lang waren die angehenden Meister unter anderem vom Technischen Oberlehrer Marcus Kaul fachpraktisch „begleitet, angeleitet und zum Teil auch umgeleitet“ worden. Mit dem Hinweis, dass die Absolventen auch in Zukunft gestalterisch kreativ sein sollen und dass in ihren Meisterhänden das Erbe einer jahrhundertealten Kultur liegt, beschloss der Schulleiter seine Rede.



Uwe Nerding, der Vorsitzende des Meisterprüfungsausschusses der Handwerkskammer Stuttgart, hob in seine Ausführungen auf die Wichtigkeit der Kundenzufriedenheit ab, die heutzutage neben Güte und Qualität eine große Rolle spielt. Außerdem verwies er auf das wichtige Zusammenspiel zwischen Ausbildungsbetrieben und beruflichen Schulen hin. Dabei bescheinigte er der OWS einmal mehr ein hohes Niveau in der Vermittlung von Fachwissen. Anerkennung zollte Nerding den Prüflingen, die den strengen Normen der Meisterprüfung Stand gehalten hätten und ermunterte sie, die gute Qualität ihres Handwerks beizubehalten und später selbst Lehrlinge im Orgelbau auszubilden, um so den Nachwuchs zu sichern. Der frisch gebackene Orgelbaumeister Johannes Hüfken gab anschließend auf seinem Klaviorganum, einer Mischung aus Cembalo und Pfeifenorgel, eine musikalische Kostprobe.



Bevor das interessierte Publikum die einzelnen Meisterstücke unter die Lupe nehmen konnte, wies Philipp Neßling ( Firma Rensch aus Lauffen) die Anwesenden darauf hin, dass im Rahmen dieser Ausstellung die einmalige Gelegenheit besteht, das komplizierte Innenleben einer Orgel in Augenschein zu nehmen und fachliche Fragen an den Erbauer direkt zu stellen. Er gab der Hoffnung Ausdruck, dass so auch eine höhere Wertschätzung dieser Musikinstrumente in der Öffentlichkeit erreicht werde.

 

Quelle/Bilder: Oscar-Walcker-Schule