Funkfrequenzvergabe heftig diskutiert

Bei der heutigen Podiumsdiskussion auf der Prolight + Sound sprachen die Teilnehmer über die „Zukunft der drahtlosen Produktionsmittel“.

Bei der heutigen Podiumsdiskussion auf der Prolight +  Sound sprachen die Teilnehmer über die „Zukunft der drahtlosen Produktionsmittel“. Hier informierte die Association of Professional Wireless Production Technologies (APWPT) über den aktuellen Stand der Funkfrequenzvergabe und die möglichen Konsequenzen für die Veranstaltungsbranche inklusive der Hersteller von Funksystemen. An der Diskussionsrunde nahmen unter anderem Dr. Heinrich Esser (Sennheiser), Herbert Tillmann (Bayerischer Rundfunk), Wolfgang Bilz (Shure Europe GmbH), Bruno Marx (EVVC) und Wendelin Reuter (Deutsche Telekom AG) teil.

 

Beweggrund der Diskussion war, dass die Bundesregierung massiv in das Frequenzspektrum der drahtlosen Produktionsmittel eingegriffen hat. Das angestammte, für professionelle Nutzer frei zugängliche Frequenzband soll kurzfristig an die Mobilfunker vergeben werden, um auf diesen Frequenzen in Zukunft drahtloses Internet zu übertragen. Ob und wann dies umgesetzt wird, ist noch ungewiss. Fest steht aber, dass dann alle bisherigen drahtlosen Übertragungsanlagen, die den Frequenzbereich zwischen 790 und 862MHz nutzen, nach dem 31.12.2015 unbrauchbar werden, so die APWPT. Laut Reuter könnten die ersten, neuen Basisstationen von der Telekom bereits 2011 einschaltbereit und ein Jahr später die ersten Geräte in Form von Datenkarten in Betrieb genommen werden. Angesichts dieser Vorausüberlegung erwarten die Hersteller und auch  die APWPT erhebliche Probleme während der Übergangsfrist, bis die Frequenzen endgültig anderweitig vergeben werden und es zwischen den parallel genutzten Bereichen für Veranstalter und Mobilfunknutzer zu Störungen kommen kann.

 

Esser betonte auch die Problematik, mit der die Benutzer der drahtlosen Produktionsmittel konfrontiert sind, die eventuell gerade in neue Techniken investiert haben. Diese müssen ihre mittelfristigen Planungen nun komplett neu erstellen und budgetieren, haben aber noch keine konkreten Daten in welchen Frequenzbereichen zukünftig gefunkt werden soll. Die Teilnehmer waren sich einig, dass insbesondere seitens der Bundesnetzagentur Klarheit zu diesem Thema sowie für die Nutzer eine konkrete Planungssicherheit geschaffen werden muss. Nach aktuellem Stand sei bisher noch kein Ersatzspektrum genannt, inklusive der Zugangsbedingungen zu diesem Spektrum, so die APWPT, die sich als Verband hierzu weiterhin verstärkt einsetzen wird.