GfK/Serviceplan warnen vor falschen Werbe-Ansätzen

Die Agentur Serviceplan und die GfK analysieren in ihrer Roadshow die Strategien der Gewinner und Verlierer während der letzten Rezession.

Aktuell läuft die Serviceplan-GfK-Roadshow in vielen deutschen Großstädten. Die Referenten analysieren hierbei anhand repräsentativer Daten, was 600 Verlierer in der letzten Rezession falsch und was die 100 Gewinner besser gemacht haben, in ihrer Produkt-, Preis-, Distributions- und Kommunikationspolitik. Redner wie der Markenverband-Hauptgeschäftsführer Christian Köhler oder der GfK-Konsumforscher Wolfgang Twardawa warnen zudem vor krassen Marketing-Fehleinschätzungen. Laut Serviceplan-Gründer Peter Haller müsse man sich von dem "Mythos vom ewigen Mengenwachstum" in der deutschen Wirtschaft verabschieden. "Deutsche Unternehmen müssen sich erstmals seit den 50er-Jahren auf eine langfristig rückläufige Absatzentwicklung einstellen und lernen damit umzugehen", so Twardawa.

 

Den Experten zufolge herrsche auch der Marketing-Irrglaube, auf diese Entwicklung nicht reagieren zu müssen. Fast 50 Prozent der Unternehmen rechnen demnach nicht mit verändertem Konsumverhalten in der Zukunft. Tatsächlich sorge aber das veränderter Konsum- und Freizeitverhalten der Jüngeren bereits in Kürze zu Einbrüchen in bislang ungeahntem Umfang - etwa durch die Social-Media-Nutzung. In diesem Zusammenhang betonte Haller die Notwendigkeit "wertorientierter Markenführung" und rät zu passgenauen Mediastrategien, um die tatsächlichen Käufer zu erreichen.

 

"Nicht die Jungen sind untreu, sondern die Älteren", rät Haller. Einem Bericht von Kress.de zufolge empfiehlt er, werblich stets auf Doppelstrategien zu setzten. Junge Kunden müssen erobert werden, und das Marketing sollte bei ihnen konsequent auf Wachstum zielen. Bei den wankelmütigen Alten, so Haller, seien alle Maßnahmen wichtig, die die Kundenbindung verstärken.

Von der üblichen Zielgruppen-Definition "14-49" hält Haller demnach genauso wenig wie von dem vor allem von Seiten der IP lancierten Versuch, die neue Größe "20-59" zu etablieren. "Die ist genauso falsch", sagte er beim Münchner Auftakt der 20. Marken-Roadshow, die ihn zusammen mit der GfK-Gruppe durch die großen Agenturstädte führt.

Die Serviceplan-GfK-Roadshow macht am 4. April in Hamburg sowie am 17. April in Wien und am 19. April in Zürich Halt.

 

http://www.serviceplan.com/