Investor will Bechstein ganz übernehmen

Der Berliner Investor Arnold Kuthe strebt eine komplette Übernahme des börsennotieren Klavierbauers C. Bechstein an.

Der Berliner Investor Arnold Kuthe plant, den börsennotieren Klavierbauers C. Bechstein vollständig zu übernehmen. Vor zwei Jahren ist laut Bechstein-Vorstandsvorsitzendem Karl Schulze die Kuthe Beteiligungs GmbH als Ankerinvestor und weißer Ritter beim Klavierbauer eingestiegen. Der Ritter habe mittlerweile seine Rüstung abgelegt und darunter seien Menschen mit einer Passion hervorgetreten, die ebenfalls Unternehmertum in deutscher Hand verkörpern, so Schulze.

 

Kuthe hält bisher rund 60 Prozent der Aktien und will nun weitere Anteile hinzuerwerben. Keineswegs sollen Aktionäre hinausgedrängt werden. Es gehe auch nicht in Richtung Beherrschung oder Squeeze-out, betonte der Vorstandsvorsitzende im Rahmen der Jahreshauptversammlung. Laut Bechstein hat die Kuthe Beteiligungs GmbH den Aktionären des Klavierherstellers ein Kaufangebot gemacht. Bis zum 24. August können diese ihre Aktien für 6,80 Euro pro Stück verkaufen. Bechstein-Chef Karl Schulze sowie seine Frau haben bereits angekündigt, ihre Anteile von insgesamt 20 Prozent an Kuthe abzutreten. Klappt der Deal, könnte Bechstein schon zum 15. Dezember die Frankfurter Börse verlassen. „Wenn das Unternehmen wieder einem Hauptaktionär gehört, hätten wir unser Klassenziel erreicht“, sagte Schulze. Kuthe sei kein Spieler oder Zocker, er sei vielmehr der Marke Bechstein sehr verbunden.

 

2011 konnte das Unternehmen den Umsatz um fünf Prozent auf 34,6 Millionen Euro steigern. Der Jahresüberschuss verdoppelte sich im Vergleich zum Vorjahr auf 2,2 Millionen Euro. Bechstein beschäftigt insgesamt 340 Mitarbeitern in Deutschland und Tschechien.

 

Im letzten Jahr konnte Bechstein rund 4500 Klaviere und Flügel verkaufen, vor allem in Deutschland und Westeuropa. Der Klavierbauer hat zudem viele Kunden in Russland. Seit Oktober 2011 kooperiert Bechstein mit dem chinesischen Klavierbauer Hailun. Noch in diesem Herbst soll ein Gemeinschaftsprodukt unter der Marke Zimmermann für den chinesischen Markt angeboten werden. Im tschechischen Hradec Králové produziert Bechstein schon länger günstigere Instrumente unter der Marke W. Hoffmann.

 

Quelle/Foto: C. Bechstein AG