Razzia bei Gibson in Nashville

Polizei und der U.S. Fish and Wildlife Service haben am Dienstag die Büros und Fertigungshallen von Gibsons Massman Road-Produktion in Nashville durchsucht. Die Behörden überprüfen, ob der Gitarrenbauer gegen den Lacey Act verstoßen hat.

Bundesagenten des U.S. Fish and Wildlife Service und die lokale Polizei haben am 17. November Holz, Gitarren, Computer und Akten aus der Massman Road Produktionsstätte von Gibson in Nashville beschlagnahmt. Das berichtet die Nashville Post auf ihrer Website.

 

Laut der Zeitung werde beim Gitarrenhersteller geprüft, ob er gegen den Lacey Act verstoßen hat, einen Kernpunkt des Umweltschutzgesetzes in den USA, indem das Unternehmen bedrohtes Palisander aus Madagaskar importiert hat. Aktuell sei allerdings noch keine Anzeige gegen Gibson erhoben worden.

 

Dienstagabend habe sich Gibson zu dem Vorfall geäußert und mitgeteilt, dass das Unternehmen die Untersuchungen „voll und ganz“ unterstütze.

In der Mitteilung auf der Gibson-Homepage heißt es: „Gibson Guitar kooperiert vollständig mit den Beamten des United States Fish & Wildlife Service, da es hierbei um das Problem des illegalen Holzabbaus geht. Gibson ist als zertifizierter Käufer ein Teil der Produktkette und kauft Holz ausschließlich von offiziellen Lieferanten, die alle gesetzlichen Standards einhalten. Henry Juszkiewicz, Chairman und CEO von Gibson, sitzt im Vorstand der Rainforest Alliance und nimmt den Sachverhalt der Zertifizierung sehr ernst. Gibson unternimmt alles, um sicherzustellen, dass seine Holzeinkäufe legal sind und den Umweltauflagen entsprechen. Das Unternehmen wird weiterhin mit den Behörden zusammenarbeiten, ihnen alle Fragen beantworten und Informationen geben.“

 

Madagaskar ist seit dem Staatsstreich im Januar dieses Jahres in finanzielle Schwierigkeiten gekommen. Der neue Präsident Andry Rajoelina hat in einer Präsidentenverfügung den Export von Palisander und Ebenholz legalisiert. Dieser Schritt wurde von Umweltschutzorganisationen und Politikern weltweit kritisiert, da die Hartholz-Wälder der Schüssel zu Madagaskars einzigartiger Ökologie darstellten und Lebensraum für die stetig schwindende Anzahl an Lemuren seien.

 

Quellen der Nashville Post zufolge ist Gibson in ein Komplott verwickelt gewesen, das Holz von Madagaskar zunächst nach Deutschland und von dort in die USA geliefert habe.

 

 


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