Sennheiser für Zukunftspreis nominiert

Prof. Dr. Jörg Sennheiser und Gerrit Buhe von Sennheiser sind für den Deutschen Zukunftspreis nominiert. Grund der Nominierung ist die Entwicklung eines neuartigen, digitalen Funkmikrofons.

Diese Woche sind Prof. Dr. Jörg Sennheiser, Aufsichtsratsvorsitzender der Sennheiser electronic GmbH & Co. KG, und Gerrit Buhe, Leiter Entwicklung professionelle HF-Systeme, für den Deutschen Zukunftspreis des Bundespräsidenten nominiert worden. Dem Unternehmen  zufolge wollen die Nominierten mit ihrem digitalen Funkmikrofon den Bühnen- und Live-Sektor revolutionieren. Schließlich bringe dieses Mikrofon die Vorteile der Digitaltechnik nun auch in den Bereich der drahtlosen Mikrofone. Der Deutsche Zukunftspreis – der Preis des Bundespräsidenten für Technik und Innovation - wird am 3. Dezember 2008  vergeben. Die Preisverleihung hierzu überträgt das Zweite Deutsche Fernsehen am selben Tag um 22.15 Uhr.



„Hinter unserem Produkt steckt ein langer Erkenntnisprozess“, erklärt Prof. Dr. Sennheiser. „In der Entwicklungszeit mussten viele Ansätze wegen zu geringer Audioqualität verworfen werden. Doch aus jedem Ansatz, der sich nicht realisieren ließ, sind wertvolle Ideen für einen neuen Weg entstanden.“ Auch der Leiter der Entwicklung von professionellen HF-Systemen bei Sennheiser blickt recht positiv auf den Weg dort hin zurück. „Die Anforderungen stiegen während der Entwicklungszeit immer weiter — da war es nur gut, dass unsere Ansprüche von vornherein sehr, sehr hoch gewesen sind“, sagt Buhe. „Mit den ETSI-Anforderungen standen wir vor der Herausforderung, das „breite“ Digitalsignal mit einem besonderen Verfahren durch den „schmalen“, vorgeschriebenen Übertragungskanal von 200 kHz zu bringen. Parallel dazu haben wir uns in der Gremienarbeit engagiert, um Mikrofonfrequenzen zu sichern“, so Buhe weiter. „Mehrere Mitarbeiter kümmern sich ausschließlich darum. Mit der Einführung des digitalen Fernsehens hat man sich gedacht, dass Frequenzen frei werden und anderen Diensten verkauft werden können. Und dabei übersehen, dass drahtlose Mikrofone eben diese Frequenzen für Musicals, Theater, Sport- und Wahlberichterstattung sowie TV-Programmproduktionen nutzen. So kam neben der Entwicklung noch die Gremienpolitik hinzu.“



„Mit den Erfahrungen aus der digitalen Übertragungstechnik und verfeinerten Simulationsmethoden haben wir 2002 einen Kooperationsvertrag mit der TU Hamburg-Harburg geschlossen“, erzählt Prof. Dr. Sennheiser. „Die gemeinsame Konzeptarbeit ließ uns schließlich ein System entwickeln, das die ersten Tests bei den Goldenen Ohren mit Bravour gemeistert hat.“ Der Aufsichtsratsvorsitzender hebt einen Vorteil besonders heraus: „Weil hochwertige digitale Übertragungsverfahren sehr empfindlich auf so genannte Nichtlinearitäten reagieren, sind unsere Sender und Empfänger derart linear gebaut, dass sie die üblichen Intermodulations-Störprodukte fast vollständig vermeiden. Bei herkömmlichen Systemen belegen diese wertvollen „Sendeplatz“, den wir mit unserem neuen System für noch mehr Funkmikrofone nutzen können. Man kann also von nachhaltiger Frequenznutzung sprechen.“



„Wir werden in der Lage sein, doppelt so viele Drahtlosstrecken in den gegebenen Fernsehkanälen zu betreiben“, freut sich Buhe. Im Gegensatz zur üblichen Funktechnik wird der Empfänger des neuen Systems im gesamten UHF-Frequenzbereich arbeiten.  Das digitale Mikrofonsystem ist mit internationalen Patenten geschützt. Die Vorserie befindet sich momentan bei Schlüsselkunden und „Goldenen Ohren“ zur intensiven Erprobung. Sobald diese grünes Licht geben, geht das System in Serie, heißt es von Sennheiser.