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8.08.12
    Bedeutung der MI-Branche nimmt zu



Daniel Knöll

 
   

Laut Monitoringbericht zu ausgewählten wirtschaftlichen Eckdaten der Kultur- und Kreativwirtschaft wächst der Wirtschaftszweig der Musikinstrumenten- und Musikequipmentbranche und platziert sich auf Platz zwei der umsatzstärksten Teilmärkte im Bereich der Musikwirtschaft. Das ergaben die Umsatzsteuerstatistik des Statistischen Bundesamtes 2012 (Destatis) und die Berechnungen des Büros für Kulturwirtschaftsforschung, Michael Söndermann. Die MI-Branche gewinnt an Bedeutung und werde zunehmend wichtiger Bestandteil der Musikwirtschaft, meldet der Spitzenverband der Musikinstrumenten- und Musikequipmentbranche SOMM e. V.



Demnach ist in den Wirtschaftszweigen Einzelhandel mit Musikinstrumenten und Herstellung von Musikinstrumenten ein Rückgang der Betriebe im Facheinzelhandel von 2.235 (2009) auf 2.142 (2010) zu verzeichnen, wobei die Menge der Firmen im herstellenden Gewerbe von 1.165 (2009) auf 1.180 (2010) anstieg. „Die Entwicklung, dass der Facheinzelhandel nach und nach von der Landkarte verschwindet, beobachten wir seit einigen Jahren mit Argwohn. Derzeit entwickeln wir deshalb einige Initiativen und Konzepte wie beispielsweise die Music Your Life-Kampagne, um dieser Dynamik entgegenzuwirken. Umso erfreulicher ist es aber deshalb für uns, dass Hersteller und der Gesamtumsatz der Branche trotz rückläufiger Unternehmenszahlen im Einzelhandel weiter wachsen“, so Daniel Knöll, Geschäftsführer der SOMM.



Der Umsatz der Wirtschaftszweige in den Bereichen Einzelhandel mit Musikinstrumenten und Herstellung von Musikinstrumenten stieg in beiden Feldern positiv an. So verzeichnet der Einzelhandel laut Statistischem Bundesamt 2010 einen Jahresumsatz von 1,175 Milliarden Euro (1,105 Mrd. Euro in 2009). Der Umsatz des herstellenden Gewerbes entwickelte sich im Jahresvergleich um 19 Millionen Euro auf insgesamt 551 Millionen Euro (532 Mio. in 2009). Somit verbesserten sich beide Märkte im Ranking um jeweils einen Platz auf den zweiten beziehungsweise fünften Platz der umsatzstärksten Teilmärkte der Musikwirtschaft. Platz Eins belegt nach wie vor der Bereich der Theater- und Konzertveranstalter. Der Einzelhandel mit Musikinstrumenten verwies den Bereich Tonträgerverlage auf den dritten Platz.


Addiert man die einzelnen Wirtschaftszweige der Musikwirtschaft in ihren Gattungen Veranstalter, Phono und Musikinstrumente, positioniert sich die MI-Branche* mit einem Gesamtumsatz von insgesamt 1,726 Milliarden Euro direkt hinter der Veranstaltungsbranche auf dem zweiten Platz vor der Phonobranche** mit 1,664 Milliarden Euro. „Die Bemühung der Branche, den Markt, den sich ständig ändernden Voraussetzungen und Wünschen der Verbraucher anzupassen, gelingt in Teilen. So konnten in den letzen Jahren die Bedürfnisse des Verbrauchers zum Beispiel im Bereich der Kopfhörer gestillt werden, was unter anderem auch das Wachstum innerhalb der MI-Branche förderte. Dennoch müssen wir ständig daran arbeiten unser Potenzial im Freizeitmarkt und unsere Performance am Markt – und damit meine ich auch die flächendeckende und schnelle Verfügbarkeit von Instrumenten und Equipment - weiter auszubauen, um langfristig die gesamtwirtschaftliche Bedeutung der MI-Branche als Teil der Musikwirtschaft und somit als erheblichen Teil der Kultur- und Kreativwirtschaft in Deutschland und Europa aufrecht zu erhalten“, äußerte sich Knöll.



Auch die Erwerbstätigenzahl in der MI-Branche hat laut Statistik in beiden Kategorien der Wirtschaftszweige weiter zugenommen. So wuchs der Anteil der Erwerbstätigen in der MI-Branche in den Bereichen Facheinzelhandel von 6.127 (2009) auf 6.168 Beschäftigte in 2010 und im Segment der Hersteller von 6.632 (2009) auf 6.323 Erwerbstätige an.


*    (Einzelhandel mit Musikinstrumenten und Herstellung von Musikinstrumenten ohne Vertrieb)
**    (Tonträgerverlage, Musikverlage und Einzelhandel mit bespielten Tonträgern)

 

Quelle/Foto: SOMM

 
   
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3 Kommentare

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#3 Lutz Wentscher schrieb am 09.08.2012 10:20

Sie haben einmal mehr recht und ich danke für Ihre Stellungnahme, sehr geehrter Herr Knöll.

Nur: Sie sprechen in Ihrer Antwort, dass der Facheinzelhandel - locker gesagt - bewegen und reagieren soll. Ich denke noch mehr sind die Hersteller, Importeure - also unsere Lieferanten gefordert, um für ihre Produkte den Markt langfristig zu erhalten.

Beste Grüße von

Lutz Wentscher

#2 Daniel Knöll schrieb am 08.08.2012 23:13

Sehr geehrter Herr Wentscher,

 

ich teile ihre Bedenken. Leider lassen sich in Pressemitteilungen nicht alle Bereiche so umfassend besprechen wie es nötig wäre.

 

Grundsätzlich ging es dem Branchenverband in dieser Mitteilung darum, Stärke gegenüber den anderen Musikwirtschaften zu zeigen und zu beweisen. Leider war unsere gesamte Branche inder Außendarstellung (Wahrnehmung) bisher sehr "ruhig" und "zurückhaltend" was die wirtschaftliche Relevanz betrifft. Das spüre ich deutlich in der Ansprache von Politik, Institutionen, Behörden und Medien - das soll und wird sich ändern. Denn ohne ein Mitspracherecht - was leider auch ein Privileg von wirtschaftlicher "Macht" ist -, wird sich auch keiner um unsere Belange kümmern

 

Ich bin der Meinung, dass nötige Reformen im Einzelhandel vollzogen werden müssen (s. Interview musikinstrument.musik-macher.de/11158.0.html. Nur so gelingt es unserer noch prosperierenden Wirtschaft (MI-Branche) dem von Ihnen benannten Schicksal - was sicherlich anderen Ursachen entstammt - (vgl. Phonobranche) zu entgehen. Dafür benötigen wir aber eine gewisse Weitsicht und den Mut der Einzelhändler für Neues (auch und im Besonderen der kleinen Facheinzelhändler), um die nötigen Maßnahmen im Markt zu realisieren.

 

Wir ermitteln gerade im Rahmen einer repräsentativen Studie, die wir noch in diesem Jahr vorstellen und veröffentlichen werden, neue Marktchancen für unsere Branche. Wichtig ist dann aber auch, dass alle genau hinhören und mitmachen und der schnöden Statistik Glauben und Vertrauen schenken, um die Weichen für einen gut funktionierenden Markt zu stellen. Das hat immer mit Investitionen und auch mit Änderungen zu tun - aber ohne den Willen einer gesamten Branche, wird es uns nicht gelingen, die von Ihnen angesprochenen Entwicklungen aufzuhalten oder weiter einzudämmen.

#1 Lutz Wentscher schrieb am 08.08.2012 17:33

Ich danke Herrn Knöll für diesen ausführlichen Bericht, der sich in Vielem mit meinem Wissen/ meiner Meinung deckt. Nur seine Einschätzung, dass in der Branche eigentlich alles rund-läuft teile ich nicht ganz.

 

Bezeichnend für meine Bedenken ist, dass sich im Verhältnis 2009 zu 2010 93 Fach-Einzelhandelsgeschäfte für immer verabschiedet haben, der Umsatz aber steigt und dass es in der gleichen Zeit nur 40 Mitarbeiter im Facheizelhandel mehr gibt, während es in der produzierenden Industrie 300 sind, zeigt doch eindeutig ein Problem auf.

Die Produktion und der Umsatz steigen und der Facheinzelhandel verschwindet langsam. Das bedeutet eine schwindende Präsenz der Branche vor Ort der Konsumenten und eine Verschiebung zu den Großen und zu dem Versandhandel.

 

Das haben wir fast zwei Jahrzehnte in der Tonträger-Branche erlebt und wo ist diese heute!?! Die Großen haben die Fachgeschäft vor Ort niedergewalzt, und heute ist die Branche selber platt. Es gibt nur noch wenige Hersteller/Label, und die Abteilungen bei den Großen schrumpfen und verschwinden auch zusehends.

 

Fazit ist: Keine Branche kommt letztlich ohne die ständige Präsenz vor Ort bei den Konsumenten aus, wo man die Ware anfassen, testen und dann irgendwo (leider auch dann im Versandhandel) kaufen will und kann. Auch der Versandhandel lebt also von der Präsenz seiner Waren vor Ort - nur diesen Service leistet er nicht und kann daher den Facheinzelhandel unterbieten !!! So wird auch hier der Facheinzelhandel niedergewalzt und verschwindet in seiner flächendeckenden Breite !

Und damit soll die Branche rundherum gut dastehen ?!?

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