25. Musikschulkongress des VdM

Am 19. Mai ging der 25. Musikschulkongress des Verbandes deutscher Musikschulen (VdM) in Berlin zu Ende. Das Kongressprogramm stand unter dem Motto „Musik teilen – Menschen gewinnen!“.

1.500 Teilnehmer nutzten drei Tage lang im bcc Berlin Congress Center das breit gefächerte Kongressprogramm mit über 60 Fortbildungsveranstaltungen, Diskussionsforen und Plenumsvorträgen zu aktuellen musikpädagogischen und bildungspolitischen Themen.

„Die Gesellschaft wäre wahrscheinlich längst kollabiert, wenn wir nicht Musik hören und machen würden“, sagte der international renommierte Soziologieprofessor Hartmut Rosa in seinem Plenumsvortrag „Musik als zentrale Resonanzachse in unserem Leben“. „Musik schafft es wie nichts anderes, eine Resonanzachse zwischen Innerem und Äußerem zu schaffen“, daher habe die umfassende Musikalisierung der Gesellschaft einen Sinn, betonte Rosa. Bezogen auf die vier Achsen der Resonanz – sozial, material, existential sowie die Selbstresonanz des Subjekts, erklärte er: „Musik stiftet eine vertikale Resonanzachse, weil sie meine Seele berührt, und aktiviert alle vier Resonanzachsen. Musik kann leisten, sich berühren zu lassen, ohne die Angst, verletzt zu werden.“ Dabei verwies er auf die Aufgabe jeden Unterrichts, in Kindern etwas „zum Sprechen, zum Klingen zu bringen“, da es nur so zu Resonanz, ansonsten aber zu Entfremdung komme.

Im zweiten Plenumsvortrag sprach der Musikpädagogikprofessor Ulrich Mahlert über „Lebenskunst als Aufgabe von Musikschullehrenden“. „Wichtig ist die ständige Sensibilisierung unserer eigenen Wahrnehmungsmöglichkeiten und bekannte Dinge mit neuen Augen zu sehen“, sagte Mahlert. Dies sei auch eine Empfehlung für das eigene Üben.

„Die Musikschulpädagogen stellen sich höchst engagiert den Veränderungen und neuen Herausforderungen in der Bildungslandschaft. Dazu konnte der Musikschulkongress mit seinem umfangreichen und vielfältigen Fachangebot beitragen“, zog der Bundesvorsitzende des VdM, Ulrich Rademacher, ein Resümee des Kongresses: „In allen Arbeitsgruppen war eine hoch motivierte Mitarbeit der Pädagogen zu spüren. Begeistert hat alle Kongressteilnehmer das hervorragende musikalische Rahmenprogramm, das die Berliner Musikschulen mit zahlreichen exzellenten Beiträgen ihrer Ensembles gestalteten. Der Berliner Musikschulkongress hat Perspektiven für eine zukunftsweisende musikpädagogische Arbeit aufgezeigt“, so Rademacher.