64% der britischen Musiker überlegen, den Musikerberuf an den Nagel zu hängen

Laut einer Umfrage ziehen 64 Prozent der Berufsmusiker in Großbritannien in Erwägung wegen der Auswirkungen der Corona-Pandemie ihre Profession aufzugeben.

Durchgeführt wurde die Umfrage im vereinten Königreich von Encore, einer Online-Plattform für das Engagieren und Buchen von Bands, Musikern und Ensembles für Feiern und Firmenevents. 560 Musiker nahmen an der Befragung teil.

Die Ergebnisse zeigen, dass Musiker aufgrund der Corona-bedingten Absagen von Veranstaltungen ihre Haupteinnahmequelle verloren haben. Durch die Absagen seit März haben die Musiker im Durchschnitt rund 11.300 Pfund – ca. 12.400 Euro – ihrer Einnahmen verloren. Für die Monate August bis Dezember liegen die aktuellen Künstlerbuchungen auf dem Portal im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 87 Prozent niedriger. 40 Prozent der Befragten haben derzeit keinerlei Buchungen bis zum Ende des Jahres.

Während einige in der Lage waren, finanzielle Unterstützung von der Regierung und Zuschüsse von Musikorganisationen zu erhalten, fallen viele durch die Lücken und kämpfen darum, über die Runden zu kommen.

Das besorgniserregende Ergebnis ist, dass mit 64 Prozent die Mehrheit der befragten Musiker jetzt erwägt, den Beruf zu verlassen und sich anderswo um eine Stelle zu bewerben.

Dies würde zu einem erheblichen Rückgang der britischen Musikindustrie führen, die jährlich rund 5,2 Mrd. Pfund zur britischen Wirtschaft beiträgt und fast 200.000 Mitarbeiter beschäftigt.

Zu den Ergebnissen der Umfrage sagte Encore-Gründer und CEO James McAulay: „Wir sind uns des Schadens, den die Pandemie für den Lebensunterhalt unserer Musiker angerichtet hat, sehr bewusst, aber ich war immer noch schockiert zu sehen, wie wenig Buchungen die meisten Musiker für 2020 erhalten haben. Dieses Problem ist branchenweit zu spüren - von Veteranen mit Lable-Verträgen bis zu jungen Musikern zu Beginn ihrer Karriere. Die Regierung muss jetzt handeln, um sicherzustellen, dass unsere Musiker nicht alleingelassen werden.“