Britische Wettbewerbshüter verhängen weitere Strafen

Die britische Wettbewerbsbehörde CMA (Competition and Markets Authority) hat gegen zwei weitere Unternehmen aus dem MI-Bereich Bußgelder von insgesamt 5,5 Millionen Pfund verhängt.

Roland wurde mit einer Strafe von rund 4 Millionen Pfund belegt. Korg erhält eine Strafe von 1,5 Millionen Pfund. Jüngst hatten auch bereits Casio und Fender Bußgelder zahlen müssen. Insgesamt hat die CMA im Musikinstrumentenbereich Strafen von 13,7 Millionen Pfund – rund 15 Millionen Euro – ausgesprochen.

Konkret wurden die Unternehmen überführt sogenanntes „resale price maintance“ betrieben zu haben – also eine Preisbindung durchgesetzt zu haben, die den Händlern vorschrieb, die Produkte für oder über einem Mindestpreis zu verkaufen.

Auch ein Einzelhändler muss Strafe zahlen
Unabhängig davon hat der MI-Einzelhändler GAK aus Brighton zugegeben, mit Yamaha Preisabsprachen getroffen zu haben. Der britische Händler musste eine Strafe von mehr als 250.000 Pfund zahlen. Dies ist das erste Mal, dass die CMA wegen illegaler Preisabsprachen einen Einzelhändler mit einer Strafe belegt hat. Die Strafe für GAK wurde um 15 Prozent erhöht, da die Behörde feststellte, dass der Händler, nachdem sie ihm in einem Schreiben auf Beweise für „resale price maintance“ hingewiesen hatte, diese Praxis fortsetzte. Yamaha wurde seitens der CMA völlige Immunität gegen Geldbußen gewährt, weil das Unternehmen die Behörde auf das Verhalten aufmerksam gemacht hatte.

Die Behörde warnt

Nun hat die CMA eine eigene Software eingeführt, um das Online-Preisniveau bei Musikinstrumentenhändlern automatisch zu überwachen. Dies soll Unternehmen künftig von Vereinbarungen zur Einschränkung von Online-Rabatten abschrecken. Das Tool will die Behörde auch zur Überwachung verdächtiger Preisaktivitäten in anderen Sektoren einsetzen.

Angesichts der Verbreitung von Preisabsprachen im Musikinstrumentensektor hat die CMA einen offenen Brief an die Branche herausgegeben. Darin hebt sie die aufgedeckten illegalen Aktivitäten hervor und fordert die Einhaltung des Gesetzes.

Weiter hat die Behörde nach eigenen Angaben Warnungen an fast 70 Hersteller und Einzelhändler verschickt. Darin informiert die CMA die Unternehmen, dass sie den Verdacht hat, dass ihre Online-Preisvereinbarungen möglicherweise illegal waren. Sie sollten rasch Maßnahmen ergreifen, um sicherzustellen das das Gesetzt eingehalten wird. Sonst müssten die Händler mit Strafen rechnen, die nach diesem Hinweis, wie im Fall von GAK, erhöht werden könnten.