So beeinflusst der Brexit britische Profi-Musiker

Der Brexit zieht sich weiter hin. Doch bereits jetzt berichten Profi-Musiker in einer Befragung der britischen Incorporated Society of Musicians (ISM) von negativen Auswirkungen auf ihre Arbeit.

Für die Studie wurden im Februar – zu dieser Zeit war noch ein Brexit am 29. März erwartet worden – über 2000 Musiker aus Großbritannien zu Themen wie zukünftige Arbeit, Mobilität und Visa, Transport von Instrumenten und Equipment sowie Gesundheit und soziale Sicherheit befragt.

Die Anzahl derer, die von Auswirkungen berichten, ist seit dem Referendum 2016 von Jahr zu Jahr angestiegen, von 19 Prozent 2016 auf 26 Prozent 2017 und 40 Prozent 2018. 2019 gaben nun 50 Prozent Auswirkungen auf ihre Berufsausübung zu spüren. 95 Prozent bezeichneten diesen Einfluss als negativ.
63 Prozent erwarten zukünftig Schwierigkeiten Engagements in den EU-Staaten zu bekommen. Ein Zehntel gab an, dass ihnen bereits Aufträge aufgrund des Brexits abgesagt oder gecancelt wurden. 85 Prozent der Befragten arbeiten mindestens einmal im Jahr in einem anderen EU-Land, 22 Prozent gar über elf Mal im Jahr und mehr als ein Drittel (35%) mindestens einen ganzen Monat.
Jeder siebte Musiker gab an, nur eine Woche Zeit zu haben, um einen Job an- und wahrzunehmen.
64 Prozent sprechen sich im Falle des Brexits für eine Regelung mit einem zweijährigen Mehrfacheinreisevisum aus. 95 Prozent präferieren diese Lösung gegenüber sogenannter Permitted Paid Engagement (PPE) Visa. Zudem zeigen sich 58 Prozent besorgt, was einen Transport ihrer Instrumente nach dem Brexit betrifft.

Die Studie steht auf www.ism.org zum Download bereit.