Stradivari-Cello im CT

Das Fraunhofer Institut für Integrierte Schaltung hat ein Cello des legendären Geigenbauers Antonio Stradivari in einem 3D-Computertomographen untersucht.

Mit der Röntgenuntersuchung wurden Restaurierungsarbeiten am Klangkörper des seltenen Instruments überprüft. Im Rahmen des Forschungsprojekts MUSICES des Fraunhofer-Entwicklungszentrum Röntgentechnik (EZRT) untersuchten die Fürther Forscherinnen und Forscher bereits Dutzende kulturhistorisch bedeutende Instrumente mit dem Ziel, Richtlinien und Verfahrensanweisungen zur dreidimensionalen Computertomographie von Musikinstrumenten zu entwickeln. Derartig wertvolle und seltene Instrumente wie das in Fachkreisen als „Barjansky“-Cello bezeichnete Instrument sind aber auch am Fraunhofer EZRT selten.

Der letzte prominente Besitzer des „Barjanskys“ war der Cellist Julian Lloyd Webber, der das Instrument bei einer Auktion für einen damaligen Rekordpreis erstanden hatte – über die tatsächliche Summe ist nichts bekannt. In seiner aktiven Zeit spielte er über 30 preisgekrönte Aufnahmen mit dem Instrument ein.

„Es sind bereits mehrere Konzerte geplant, bei denen ein international bekannter Solist das Instrument spielen wird“, erklärt Jost Thöne, Publizist für Dokumentationen im Bereich Streichinstrumente und Vertreter der Auftraggeberin Alago Art & Strings GmbH. „Das Cello wurde dieses Jahr aufwendig restauriert. Wir hoffen, dass es nun für die nächsten 300 Jahre gerüstet ist.“

Insbesondere am Klangkörper wurde nachjustiert: Ein neues, CNC-gefrästes passgenaues Futter im Innenraum des Cellos wurde eingesetzt. Die Passgenauigkeit der Restaurierungsarbeiten wurde nun mittels Röntgentechnik überprüft.