#wirfüreuch-Demo in Frankfurt

Am Dienstag, den 4. August, fand in Frankfurt eine Demonstration der Kultur- und Veranstaltungsbranche statt, um einen Dialog zur Politik über die Lage und Hilfe für die Branche zu etablieren.

Bei vielen der Kollegen vor Ort hat der Kampf um die blanke Existenz längst begonnen. Die Rücklagen sind nach fünf Monaten aufgebraucht, der Antrag auf HartzIV scheint alternativlos und bietet mit 100 Euro erlaubtem Nebenverdienst keinerlei Perspektive.

Die Demonstration startete um 17 Uhr an der Konstabler Wache in Frankfurt und führte über den Willy-Brandt Platz, zur Alten Oper, dann Richtung Kurt-Schumacher Str. und wieder zurück zur Konstablerwache.

Die Kollegen der pma waren vor Ort und haben einen kurzen Eindruck von der Kundgebung in einem Video festgehalten: https://www.facebook.com/PMAmagazin/videos/381810582782574

Hier lesen Sie den Demonstrationsaufruf im Wortlaut:
„Unbestritten ist die Veranstaltungsbranche einer der Wirtschaftsbereiche, die die Corona-Krise am härtesten trifft.

Was wenigen bekannt ist: Deutschland ist mit über 114 Milliarden Euro Umsatz Unternehmensbezogener und fast 15 Milliarden Euro Umsatz Kultur-, Sport- und öffentlichen Veranstaltungen weltweit die Nummer 3 in Sachen Veranstaltungswirtschaft (hinter den USA und China).

Zahllose Solo-Selbstständige, Freiberufler und Experten für bestimmte Gewerke – insgesamt über 1.5 Millionen Menschen – finden in Deutschland in dieser Branche, die auf Platz 6 in Deutschland sogar das Baugewerbe hinter sich lässt, ihr Auskommen! Die stimulierende Wirkung der Veranstaltungsbranche auf benachbarte Bereiche wie Hotelgewerbe, Gastronomie, Tourismus, Konzert- und Musikbetriebe sowie Messe- und Versammlungsstätten-Vermietung kann gar nicht hoch genug eingeschätzt werden. Diese für den Wirtschaftsstandort Deutschland existenziell bedeutende Branche erlebt derzeit durch das Covid-19 Virus einen ersatzlosen Umsatzausfall von 80 – 100 %.

Wo vielen Branchen durch die gestaffelten Notmaßnahmen der Regierung gut geholfen werden kann, gestaltet sich die Situation in der Veranstaltungsbranche ganz anders. Zum einen kann nicht auf Halde vorproduziert werden, da alle Services und Gewerke immer auf die jeweiligen Events maßgeschneidert realisiert werden. Zum anderen ist die Branche so fein granuliert und in zahllose Spezialbereich unterteilt, dass die meisten kleinsten, kleinen und mittleren Unternehmen keine nennenswerten – im Sinne der Corona-Hilfen anrechenbaren – Fixkosten nachweisen kann.

Die bisherigen Äußerungen der Politik sehen Veranstaltungen als einen der Bereiche, die am entbehrlichsten sind und daher erst als letztes von eventuellen Lockerungen profitieren dürften. Die momentanen Regelungen (z.B. Hessen: 3qm / Person) lassen keine sinnvollen Veranstaltungsformate zu.

Neben diskutierten Abwrackprämien, Mehrwertsteuersenkungen und anderen Maßnahmen sollte es möglich sein, auch Lösungen für einen wesentlichen und oft unterschätzten ökonomischen Bereich unserer Wirtschaft zu finden: Die Veranstaltungsbranche!“