Gibson: Weniger Konfrontation und mehr Kooperation im Markenschutzstreit

In Hinblick auf Markenrechtsstreitigkeiten kündigt Gibson eine Strategie in Richtung mehr Zusammenarbeit an.

Seit Gibson vor weniger als einem Jahr aus der Insolvenz hervorgegangen ist, habe das Unternehmen bedeutende Fortschritte in den für Gitarristen auf der ganzen Welt wichtigsten Bereichen erzielt. Mit einem klaren Fokus auf Qualität, einer neuen Kollektion von originalen und modernen Gitarren und einer zuversichtlicheren Händler- und Künstlerbasis habe das neue Team bei Gibson bewiesen, dass es dem Markt zuhören kann, um neue Lösungen zu entwickeln.

Abgesehen vom Erbe einer Kultmarke hat das Team auch eine Reihe von Herausforderungen geerbt, von denen es erkannte, dass es einige Zeit dauern würde, bis eine angemessene Lösung gefunden sei. Eine klare Herausforderung bestand im Bereich des Markenschutzes, wo laut Gibson sowohl legitime Unternehmen in der Branche, die ikonische Marken verletzten, als auch illegitime Unternehmen, die versuchen, zu fälschen und so zu tun, als ob sie Gibson sind.

Gibson geht gegen Produktfälschungen vor

In den letzten acht Monaten sei das Gibson-Team gegen mehr als 4.500 gefälschte Gitarren aus Übersee erfolgreich vorgegangen, die eindeutig dazu gedacht waren, den Verbraucher zu überzeugen eine echte Gibson gekauft zu haben. Seit November (2018) wurden laut Gibson dutzende gefälschten Websites geschlossen, die die Gitarristen davon überzeugen sollten, dass sie eine legitime, offizielle Website betreten. Wöchentlich erhalte Gibson mehrere Anfragen von Gitarristen, die getäuscht worden seien, eine Gitarre zu kaufen, die sie für eine echte Gibson hielten und sich dann als Fälschung herausstellte. Dies sei laut Unternehmen eine sehr reale Dynamik, mit der sich Marken wie Gibson und andere Kultmarken regelmäßig auseinandersetzen müssen. Wenn dies nicht überprüft werde, könne dies laut Gibson zu anhaltender Verwirrung der Verbraucher führen und letztendlich die Integrität einer gesamten Branche beeinträchtigen.

Es gab nach Gibson-Aussage ein breites Spektrum an Unterstützung und Kritik für den Ansatz, den Gibson auf dem Markt in Bezug auf Markenschutz eingeschlagen hat. Zwar gäbe es klare Lehren in Bezug auf Tonfall und rechtliche Erklärungen zu ziehen, doch die letzten Wochen hätten Gibson die Möglichkeit geboten, in Echtzeit mit einem angemessenen Bewusstsein den Dreh- und Angelpunkt von weniger rechtlichem Einfluss zu mehr Zusammenarbeit in der Industrie zu setzen.

Rechtliche Schritte waren unter der alten Führung eingeleitet
In Bezug auf andere Gitarrenmarken und Unternehmen auf dem Markt hat Gibson in den letzten Jahren spezielle Klagen eingereicht, um die Rechte seiner ursprünglichen Marke(n) zu schützen und eine Verwechslung der Verbraucher auf dem Markt zu vermeiden. Die jüngste Aufmerksamkeit für die wenigen laufenden Rechtsstreitigkeiten resultiert aus mehreren Jahren gerichtlicher Schritte, die lange vor dem Eintreffen der neuen Führung im November 2018 eingeleitet wurden.

Zu Letzt hatte Gibson Ende Juni eine Klage gegen das Mutterunternehmen von Dean Guitars Armadillo Enterprises in diesem Zusammenhang eingereicht und wie gestern bekannt wurde den Rechtstreit mit Warwick bezüglich der V-Form von Gitarren in der zweiten Kammer des Gerichts der Europäischen Union verloren.

Unter besonderer Berücksichtigung der ererbten und anhaltenden rechtlichen Dynamik bei Dean Guitars habe das neue Gibson-Team mehrere Versuche unternommen, direkt mit ihnen zu kommunizieren, um einen langwierigen Rechtsstreit zu vermeiden. Gibson habe nach eigener Aussage ernsthafte Absichten eine konstruktive Lösung zu finden, die für beide Seiten von Vorteil sein könnte.

Die aktuelle Situation habe das Team veranlasst, seinen Ansatz in Zukunft neu zu bewerten, um konstruktivere Lösungen für das Management des Markenschutzes in der Branche zu finden. In den letzten Wochen habe Gibson erhebliche Fortschritte bei der Reduzierung von „Fälschungs-Attacken“ erzielt und Vereinbarungen zur kreativen Zusammenarbeit mit wichtigen Boutique-Gitarrenherstellern und anderen verwandten Branchenpartnern geschlossen. Dies sei nach eigener Aussage ein klarer Hinweis auf die zukünftigen Absichten.

„Ich bin stolz auf die Fortschritte, die wir mit Blick auf die Qualität, mit der Einführung der neuen Kollektionen und mit unserem erneuten Engagement bei unserem Gibson-Vertragshändler erzielt haben. Gleichzeitig erkennen wir an, dass es in der Zukunft noch einige ältere Herausforderungen zu lösen gibt, insbesondere in Bezug auf Markenschutz und Marktlösungen “, sagt James JC Curleigh, Präsident und CEO von Gibson. „Es ist an der Zeit, den modernen Wandel von der Konfrontation zur Zusammenarbeit zu vollziehen und gleichzeitig unsere Marken zu schützen. Und wir setzen uns dafür ein, dass dies ab sofort geschieht."