Grotrian-Steinweg auf Erfolgskurs

Eine erweiterte Modellpalette bei Grotrian-Steinweg führt zur Umsatzsteigerung des Premiumherstellers.

Eine erweiterte Modellpalette bei Grotrian-Steinweg führt zur Umsatzsteigerung des Premiumherstellers.

Im Krisenjahr 2009 hat Grotrian-Steinweg sehr schnell eine neue Fertigungstechnik entwickelt, bei der die Oberfläche nicht, wie bei herkömmlichen Instrumenten in Polyesterlack in schwarzem Hochglanz gefertigt wird, sondern aus einer schwarz matten Pulverbeschichtung besteht. Dieses Fertigungsverfahren spart gegenüber der Hochglanzoberfläche ca. zweidrittel der Herstellkosten und erlaubt so, Instrumente bei gleich hohem Qualitätsstandard in einer anderen Preisklasse anzubieten.

„Gerade für Institutionen, die heute wesentlich stärker auf den effektiven Einsatz ihres geringen Budgets achten müssen, ist die neue studio Serie -so die modellübergreifende Bezeichnung für diese neue Linie- sehr interessant“ so Burkhard Stein, Geschäftsführer bei Grotrian-Steinweg. „Der Erfolg bei den Klavieren dieser Serie hat uns dazu bewogen, dieses Konzept in den letzen Monaten auch auf unsere Flügel zu übertragen“, und so gibt es die studio Instrumente inzwischen nicht nur in zwei verschiedenen Bauhöhen bei Klavieren, sondern auch in zwei unterschiedlichen Längen bei Flügeln.

Immerhin 15 % der im Norden Braunschweigs in Handarbeit hergestellten Klaviere und Flügel präsentieren sich in einem Gehäuse mit Pulverbeschichtung. Das führte dazu, dass Grotrian-Steinweg seinen Absatz in den ersten neun Monaten des Jahres 2011 um 9 % gegenüber dem Vergleichszeitraum des Jahres 2010 erhöhen konnte. „Damit bewegen wir uns bereits wieder auf dem Niveau von vor der weltweiten Finanz- und Wirtschaftskrise, was längst nicht jeder Klavierhersteller in Deutschland von sich behaupten kann“ so Stein weiter.

Man hatte während des Krisenjahres bei Grotrian-Steinweg bewusst darauf verzichtet, Personal abzubauen, sondern mit Sondertarifen und Kurzarbeit die Rückgänge, die damals weit unterhalb des Branchenschnittes lagen, abgefedert. „Rückblickend sind wir froh, dass wir unsere hochqualifizierten Fachkräfte halten konnten. Da unsere Instrumente immer noch zu 80 % in Handarbeit gefertigt werden, ist das Knowhow von erfahrenen Mitarbeitern, die man nicht einfach so auf dem Arbeitsmarkt findet, sondern über Jahre hinweg selber ausbilden muss, unerlässlich“ berichtet Burkhard Stein.



Neben der Investition in eine Ausweitung der Produktpalette hat das Unternehmen die letzten Monate auch dazu genutzt, die akustischen Anlagen der bestehenden Flügelpalette nach neuesten Gesichtspunkten zu überarbeiten. Dies wird von Hobby- aber auch professionellen Pianisten gleichermaßen honoriert. Der chinesische Nachwuchspianist  Wenyu Shen, der unter anderem auch bei Professor Karl-Heinz Kämmerling in Hannover studiert hat, brachte seine Bewunderung über die neueste Generation der Instrumente aus dem Hause Grotrian-Steinweg anlässlich seines Besuches auf dem Messestand des Unternehmens in Shanghai mit folgenden Worten zum Ausdruck: „Grotrian Flügel sind wunderbar! Sehr schön im Klang und die Spielart ist herrlich angenehm.“



China ist mittlerweile einer der wichtigsten Exportmärkte für Grotrian-Steinweg. 20 % der in der Braunschweiger Manufaktur gefertigten Flügel werden in das Reich der Mitte geliefert. Dort erlernen über 30 Mio. Kinder und Jugendliche das Klavierspiel. Ein riesen Potenzial und es gibt eine wachsende Anzahl an Chinesen mit hohem Einkommen, wodurch der Erwerb eines Premiuminstrumentes aus deutscher Fertigung für immer mehr Familien möglich ist. Nicht zuletzt ist China inzwischen der größte Markt für Klaviere und Flügel weltweit.



Zurzeit werden bei Grotrian-Steinweg mit 60 Mitarbeitern 570 Instrumente p.a. gefertigt, wobei der Exportanteil bei 58 % liegt. Der prognostizierte Jahresumsatz soll bei 4,6 Mio. Euro liegen.