Mitgliederseminar des BDMH

Die Mitglieder des Bundesverbandes der deutschen Musikinstrumenten-Hersteller befassten sich an einem Seminartag mit den Themen "Luftfracht“, „Produktsicherheit“ und „Vertriebsverträge".

Kürzlich trafen sich die Mitglieder des Bundesverbandes der deutschen Musikinstrumenten-Hersteller e.V. (BDMH), um sich im Rahmen eines Seminartages mit den Themen "Luftfracht“, „Produktsicherheit“ und „Vertriebsverträge" zu befassen.

 

Die neuen Verordnungen der Luftfahrtsicherheit zur Vermeidung und Abwehr von Terrorangriffen bezüglich der Luftfracht schaffen für die so exportorientierten deutschen Musikinstrumenten-Hersteller (fast 70 Prozent der in Deutschland hergestellten Musikinstrumente werden ausgeführt) eine Fülle von Hürden, die es zu nehmen gilt, sowie Vorschriften und Regulierungen, die unbedingt beachtet werden müssen. Eine erste ist die sprachliche, denn die Verordnungen sind überwiegend in durchaus problematischem „Amtsdeutsch“ abgefasst. So muss man erst einmal darauf kommen, dass sich hinter: „USBV = Unkonventionelle Spreng- und Brandvorrichtung“ nichts anderes als die Bezeichnung für eine „Bombe“ versteckt. Neben einem sehr erhöhten Aufwand bei der Bearbeitung der Luftfrachtsendungen ist es auch eine erhebliche Zunahme der Kosten, mit denen die Betroffenen konfrontiert sind.

 

Das neue europäische Produktsicherheitsgesetz bringt für Produzenten zahlreiche Auflagen. Auch hier schwirren zum Schmunzeln anregende Formulierungen im „Verwaltungsdeutsch“ herum. So lautet die Definition einer Maschine: „Mehrere miteinander verbundene Teile, von denen mindestens eins beweglich und kraftbetrieben ist.“

Gemeint sein kann auch ein Kugelschreiber, da die Kraft durch die Federwirkung ausgelöst wird… Es stellt sich an dieser Stelle erneut die Frage, warum nicht glücklicher und nutzerfreundlicher formuliert werden kann angesichts einer ohnehin schon schwierigen Materie.

 

Schließlich befassten sich die Mitglieder des Bundesverbandes mit dem Thema Vertriebsverträge. Einige Musikinstrumenten-Herstellern stehen diesen interessiert gegenüber. Denn gerade die fachliche Qualifikation des Händlers vor Ort, seine Beratungskompetenz und sein Serviceangebot wird für die in der Regel von deutschen Herstellern gefertigte Qualitäts- und Hochqualitätsware benötigt und dient letztlich auch dem Markenimage.

 

Der Verkauf derartiger Produkte ist komplex und beratungsintensiv wie auch eine qualifizierte Betreuung nach dem Verkauf, denn immer wieder sind Wartungs-, Service-, Justierungsarbeiten durchzuführen; dazu werden professionelle Serviceeinrichtungen benötigt. Es versteht sich von selbst, dass sachlich gerechtfertigte und objektiv nachprüfbare Qualitätskriterien wechselseitig Anwendung finden müssen. So ist durch den Musikfachhandel ein Ladengeschäft mit branchenüblichen Öffnungszeiten vorzuhalten wie auch qualifiziertes Personal und die Möglichkeit der Präsentation und Vorführung der Ware wie deren ausreichende Bevorratung sowie das so wichtige Angebot an Service-, Wartungs- und Reparaturleistungen. Zu klären sein wird ferner, wie mit neuen Vertriebskanälen, etwa dem ständig wachsenden Online-Handel umzugehen ist.

 

Weitere Informationen und Details können per Email an info@musikinstrumente.org angefordert werden.