NAMM aktiv bei neuer US-Importverordnung

Die Verordnung zur Einfuhr aus Holz gefertigter Musikinstrumente tritt am 15. Dezember in Kraft. Die NAMM arbeitet auf politischer Ebene, um den US-Behörden die Auswirkungen der Verordnung beim Import von Musikinstrumenten in die USA zu verdeutlichen.

Nach Angaben der NAMM haben die USA eine neue Verordnung zur Einfuhr  aus Holz gefertigter Musikinstrumente oder Instrumente, die pflanzliche Produkte enthalten, erlassen. Die neue Bestimmung soll ab dem 15. Dezember 2008 in Kraft treten. Danach müssen alle aus Holz gefertigten oder mit pflanzlichen Produkten versehenen Musikinstrumente mit einem Begleitschreiben versehen werden. Diese Deklaration muss folgende Punkte beinhalten:

 

  1. den genauen wissenschaftlichen Namen (inklusive Gattung und Pflanzenart) jeder Pflanze, die in der Importware verwendet wurde
  2. eine genaue Beschreibung des Wertes und der Menge, einschließlich der Abmessungen, der Pflanze/des Holzes im Instrument
  3. den Namen des Landes, aus dem die Pflanze stammt.

 

Die neuen Bestimmungen sind in einer kleinen Bestimmung der umfassenden Farm Bill enthalten, die von US-Präsident George W. Bush Mitte Juli unterzeichnet wurde. Obwohl die Einführungsbestimmung mit „Schutz vor illegaler Abholzung“ betitelt ist, ist die Verordnung so weitläufig ausgelegt, dass nahezu jedes Importgut in die USA, das entweder Holz oder sogar nur eine auf Papier gedruckte Bedienungsanleitung enthält, unter diese Bestimmung fällt.

 

Die US-amerikanische Zoll- und Grenzbehörde arbeitet derzeit daran, die neuen Anforderungen einzuführen. Ab dem 15. Dezember tritt die Kennzeichnungspflicht endgültig in Kraft. In Zukunft soll die Meldung auf elektronischem Wege stattfinden. In der Übergangsphase müssen die Importeure allerdings die Dokumente handschriftlich ausfüllen.

 

Die NAMM ist in Gesprächen mit den verantwortlichen Behörden, um den Verantwortlichen die Probleme für die Unternehmen in der MI-Industrie darzustellen, die durch die neue Verordnung entstehen. Zu den vielen ungeklärten Fragen gehören beispielsweise, ob die Import-Zollerklärung für private Importe, für die Wiedereinfuhr von Instrumenten (Beispielsweise bei Konzertreisen) oder auch bei Importen mit Logistikunternehmen wie UPS oder DHL ausgefüllt werden muss. Auch die Frage wie man bei Vintage-Instrumenten vorgeht, bei denen keine Produktinformationen mehr vorliegen, ist ungeklärt.

Auf der Winter NAMM in Anaheim wird die NAMM zu diesem Thema ein Seminar im NAMM idea-Centre abhalten:

Titel: Music Industry Legislation and Regulations: Are you up to speed?
Freitag, 16. Januar 2009
Beginn: 15.30 Uhr