Schwache Wirtschaft als Chance?

Welchen Einfluss hat die Finanzkrise und die schwache wirtschaftliche Lage auf die MI-Industrie? Dieses Thema diskutierten Vertreter führender Unternehmen während der Music China 2008.

Im Rahmen der NAMM University auf der Music China kamen prominente Personen führender Unternehmen zu einer Podiumsdiskussion zusammen und erörterten den Einfluss der aktuellen wirtschaftlichen Situation auf die MI-Industrie. Auf den Podiumsplätzen nahmen Platz: Huang Weilin, Chairman der Guangzhou Pearl River Piano Group, Jon Gold, Senior Vice President M&S von Fender, Werner Husmann, Marketingdirekor bei Steinway & Sons, Wu Hsieh, Präsident von KHS, NAMM-CEO / -Präsident Joe Lamond und Cheng Jian Tong, Präsident von Roland Shanghai Electronics Co. 

 

„Krisen wie diese hat es immer gegeben“, beschreibt Lamond die Situation. „Wirtschaftliche Krisen haben aber immer einen wirtschaftlichen Fortschritt mit sich gebracht, denn es findet eine Selektion statt.“ Als Gewinner solcher Krisen sieht Lamond langfristig die Händler und Unternehmen, die ihr Geschäft im Griff haben, über motivierte Mitarbeiter und qualitativ hochwertige Produkte verfügen und bereit sind, sich ständig weiterzuentwickeln. Ebenso wichtig ist für den NAMM-CEO auch die Ansprache neuer Zielgruppen und Kunden, ohne dabei den Kundenstamm zu vernachlässigen.

 

Dieser Meinung ist auch Werner Husmann, Marketingdirektor bei Steinway & Sons. „Der Pianomarkt hat die Chance auf Wachstum, wenn man neue Kunden anspricht. Dazu sind alle Marktteilnehmer gefragt, Hersteller, Vertriebe, Musiklehrer und Händler.“

 

„Natürlich hat eine schlechte wirtschaftliche Lage immer Einfluss auf das Unternehmen. Erfahrungsgemäß sind die Auswirkungen in der MI-Industrie immer erst etwas später zu spüren“, sagt Hsieh, Präsident von KHS und fügt an: „Firmen müssen daher immer ihren Cashflow und ihr Business im Griff haben, um die schwächeren Phasen gut meistern zu können.“

 

Fenders´ Jon Gold ist sich sicher, dass hochwertige Marken auch in wirtschaftlich schwierigen Zeiten gefragt sind, denn sie sorgen für Bedürfnisbefriedigung und Ablenkung. „Wer die Arbeit am Wert seiner Marke und der Qualität seiner Produkte vernachlässigt, der wird in wirtschaftlich schwierigen Zeiten Schaden nehmen. Unternehmen, die ihre Brands aber konsequent auf die Zukunft ausrichten und hochwertige Produkte anbieten, die werden auch schwache Phasen überstehen und daraus gestärkt hervorgehen“, meint Gold.

 

Huang Weilin, Chairman der Guangzhou Pearl River Piano Group, schätzt die wirtschaftliche Situation der MI-Industrie in China realistisch ein: "Bislang konnten viele chinesische Hersteller aufgrund niedriger Lohnkosten und geringer Abgaben sehr günstig produzieren, ohne ihr Business für die Zukunft auszurichten. Langfristig werden allerdings auch in China nur die Firmen erfolgreich bestehen können, die sich in Produktqualität und Marke investieren. Nur so lassen sich die steigenden Kosten kompensieren. International gibt es für chinesische Hersteller noch viele Märkte, die bedient werden können.