Spitzengespräch zwischen GEWA und GDM

Am 19. September trafen sich das GDM-Präsidium und die Geschäftsleitung der GEWA zu einem Gespräch über das Thema "Verkauf von Musikinstrumente und Zubehör über branchenfremde Online- Plattformen" in Bonn.

Am 19. September 2011 trafen sich Mitglieder des GDM-Präsidiums mit GEWA-Chef Hans-Peter Messner zu einem Gespräch über das Thema "Verkauf von Musikinstrumente und Zubehör über branchenfremde Online-Plattformen" wie Lidl in der GDM-Geschäftsstelle in Bonn. Begleitet wurde Messner von Vertriebsleiter Uwe Prüssner und Verkaufsleiter Sven Klöden. GDM-Präsident Arthur Knopp betonte, dass die Belieferung durch GEWA im Musikfachhandel zu größter Sorge und Beunruhigung geführt habe. Hierzu erklärte Hans-Peter Messner, dass die Firma Lidl von GEWA nur mit einem kleinen Teilsortiment beliefert werde. Nach wie vor sei GEWA eindeutig fachhandelsorientiert und sehe den traditionellen Musikfachhandel als seinen natürlichen Partner.

 

In dem Gespräch wurde klargestellt, dass für das GEWA-Sortiment nach wie vor Erklärung und Beratung der Kunden durch einen Fachmann nötig ist. Der Kunde müsse deshalb die Möglichkeit haben, die Ware vor Ort beim Händler ausprobieren zu können. Zudem sei es von großer Bedeutung, dass dem Kunden beim Kauf von GEWA-Produkten ein After-Sales-Service angeboten werde. Diese qualifizierten Voraussetzungen für den Vertrieb von GEWA-Ware würden, so Hans-Peter Messner, dadurch sichergestellt, dass GEWA Vertriebsverträge erarbeitet habe, die zukünftig Voraussetzung für die Belieferung seien. Diese Verträge entsprächen den Anforderungen eines selektiven Vertriebssystems und seien auf der Grundlage des geltenden Wettbewerbsrechts erarbeitet worden.

 

Die Vertreter des GDM begrüßten die Einführung von Vertriebsverträgen, die im Voraus mit dem GDM-Präsidium abgestimmt wurden. Weiterhin erklärte Hans-Peter Messner, dass GEWA auch für den Einsteigerbereich spezielle Instrumente entwickelt habe, die sich in ihrer Marke an der jeweiligen Hauptmarke orientieren – GEWA-Streichinstrumente, DrumCraft-Schlagzeuge, Miguel Almeria klassische Gitarren, VGS-E-Gitarren/Bässe und akustische Gitarren mit dem Zusatz „Pure Series“. Die Einführung dieser Serie erfolgt auf der nächsten GEWA-Hausmesse im Oktober. Auch diese seien erklärungsbedürftig, so dass der Verkauf ebenfalls nur bei Vorliegen entsprechender qualifizierter Voraussetzungen (Vertriebsvertrag) möglich sei. Diese Voraussetzungen werden nur vom qualifizierten Musikfachhandel erfüllt. Dies müsse jeweils von den Außendienstmitarbeitern festgestellt und der laufenden Kontrolle unterzogen werden.

 

Zum Thema Lidl informierten die GEWA-Mitarbeiter konkret über die Rechtslage auf der Grundlage des „Gesetzes gegen Wettbewerbsbeschränkungen“. Hans-Peter Messner brachte klar zum Ausdruck, dass der nicht erfolgte Abschluss schriftlicher Vertriebsverträge – mündliche Vereinbarungen bestehen seit Jahren – ein großer Fehler seines Hauses war. Der dann seitens „branchchenfremder Plattformen“ im Juni ausgeübte extreme Zeitdruck zwang GEWA zum Handeln. Gleichzeitig wurde GEWA dabei bewusst, im Sinne des Fachhandels und der GEWA-Marken umgehend entsprechende Vertriebsverträge abzuschließen. Bereits ein bedeutender Teil des qualifizierten Fachhandels habe den Vertrag unterschrieben. Darüberhinaus wies Hans-Peter Messner ausdrücklich darauf hin, dass das von Lidl, etc. ausgesuchte Sortiment gerade den untersten Preisbereich beträfe und in Relation zum gesamten GEWA-Instrumentenbereich lediglich einen ca. 3 Prozent wertmäßigen Anteil habe. Mit der exklusiven Fachhandelslinie im Einsteigerbereich würde der Handel über ein maßgeschneidertes Angebot verfügen. Damit könne sich der Fachhandel auch in diesem Segment als kompetenter Partner für den Einsteigerkunden mit preisgünstiger Ware und soliden Margen präsentieren.

 

Die Vertreter des GDM-Präsidiums zeigten sich erfreut, dass mit Hilfe der rechtlich abgesicherten Vertriebsverträge und eines speziellen Fachhandelssortiment im Einsteigerbereich – als Teil des Vertriebsvertrages - erreicht werde, dass GEWA-Produkte nicht von branchenfremden Dritten verramscht würden und so weder dem Qualitätsanspruch noch dem Image von GEWA Schaden zufügen könnten. Vor diesem Hintergrund könne dem Fachhandel empfohlen werden, die entsprechenden Verträge zu unterzeichnen, in der Erwartung, dass damit die Auseinandersetzung geklärt ist.