Digitalisierung des Innenstadthandels

HDE und BVDW haben ein Positionspapier zur Digitalisierung der Innenstadt veröffentlicht und fordern die Stärkung des Innenstadthandels durch digitale Technologien.

hde innenstadt digital shutterstock 1753504682(Foto: shutterstock)

Der Handelsverband Deutschland (HDE) hat gemeinsam mit dem Bundesverband Digitale Wirtschaft (BVDW) e. V. eine Stellungnahme veröffentlicht, wie Innenstädte als Orte der Begegnung und bedeutender Wirtschaftsfaktor attraktiver gemacht werden können. Hierfür bedarf es eines Maßnahmenpakets aus steuerlichen Entlastungen für Investitionen, gezielten Förderungen und einer entsprechenden digitalen Infrastruktur sowie einen Dialog mit der Politik.

Sowohl HDE als auch BVDW sind davon überzeugt, dass die technologische Entwicklung am Point of Sale und die aktive Nutzung digitaler Mittel zur Belebung der deutschen Innenstädte beitragen und die Folgen des pandemiebedingten Stillstands bewältigen können.

„Wir müssen aufhören, Online-Handel und stationären Handel als Konkurrenten zu sehen. Vielmehr können wir den stationären Handel dadurch stärken, indem wir ihn digital ertüchtigen und den Online- mit dem Offline-Einkauf verzahnen“, erläutert Marco Junk, Geschäftsführer des BVDW.

Die größte Herausforderung für den stationären Handel ist nach wie vor die stark rückläufige Einkaufsfrequenz. Dieser Frequenzrückgang wurde durch die Maßnahmen zur Pandemieeindämmung natürlich massiv weiter beschleunigt und verstärkt. „Der Einzelhandel als Kernbranche vitaler Innenstädte steht in Folge der Corona-Krise insbesondere im Bekleidungsbereich in vielen Fällen vor der Insolvenz. Am Ende der Krise könnten bis zu 50.000 Geschäfte vom Markt verschwunden sein. Das hat Auswirkungen auf ganze Innenstädte“, konkretisiert Stephan Tromp, stellvertretender HDE-Hauptgeschäftsführer. In der Folge ist abzusehen, dass etliche Handelsunternehmen die Krise nicht überstehen werden. Die Dynamik dieser Veränderungen in der Versorgungsqualität erfordert das rasche und koordinierte Handeln aller Innenstadtakteure.

HDE und BVDW sind der Auffassung, dass eine sinnvolle Durchdringung technologischer Innovationen die Händler entlastet, Kunden ein Einkaufserlebnis bietet und den Standort Innenstadt attraktiver macht. Jedoch könnten laut der beiden Verbände rund 60 Prozent der Handelsunternehmen in Deutschland derzeit aufgrund der wirtschaftlichen Auswirkungen der Pandemie und der Corona-Maßnahmen nicht in ihre Zukunft investieren.

„Damit der Mittelstand in unseren Innenstädten in dieser Krise nicht unverschuldet den Anschluss verliert, braucht es ein staatliches Förderprogramm, Vernetzung der betroffenen Innenstadtakteure und funktionierende Infrastruktur. Ansonsten drohen verödete Stadtzentren“, führt Tromp weiter aus.

HDE und BVDW fordern in ihrem Positionspapier:
• Maßnahmen in Form von Steuervergünstigungen, Abschreibungen oder Zuschüssen, die Investitionen in Innovationen und digitale Grundausstattung wie Kassensysteme, Warenwirtschaftssysteme und Systeme zur Abbildung lokaler und stationärer Verfügbarkeit von Waren ermöglichen
• Politik und Verwaltung als Vorreiter bei Bereitstellung breitflächigen und schnellen WLANs; Ausbau von E-Government-Angeboten und Richtlinien zur Interoperabilität von Software (Standard APIs, Standard- Formate, Open Source)
• Einführung eines Retail Tech Roundtables mit den zuständigen Ministerien sowie Händlern, Tech-Unternehmen, Startups, Verbänden und Kommunalverwaltung, der quartalsweise genannte Stakeholder zur gemeinsamen Arbeit und gegenseitigen Vernetzung zusammenbringt.

 

Das vollständige Positionspapier finden Sie hier: https://einzelhandel.de/images/presse/HDE-BVDW-Positionspapier_Digitalisierung_der_Innenstadt.pdf

Tags: Einzelhandel, HDE

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